Guimaraes - EM-Mitfavorit Italien ist im ersten Spiel der Gruppe C gegen Dänemark nicht über eine enttäuschende Nullnummer hinaus gekommen.
Bei brütender Hitze spielte die Mannschaft von Trainer Giovanni Trapattoni vor 19 995 Zuschauern in Guimaraes mit angezogener Handbremse und verschenkte gegen den kampfstarken Europameister von 1992 zwei wertvolle Punkte. Bester Mann bei den Dänen war Torhüter Thomas Sörensen.
Beide Mannschaften litten unter der großen Hitze, die auch im Norden Portugals herrschte. Wegen Temperaturen von mehr als 30 Grad noch in den Abendstunden hatte Italiens Kapitän Fabio Cannavaro zu einschneidenden Maßnahmen gegriffen und sich eine Glatze rasieren lassen. Sein Kollege Alessandro del Piero sah die äußeren Umstände etwas gelassener: Die Dänen werden viel mehr darunter leiden als wir.
Doch damit lag der Juve-Star falsch. Die Dänen klebten wegen der großen Hitze vor dem Spiel zwar die Plexiglas-Rückseite der Trainerbank ab. Doch auf dem Rasen gab die von Trainer Morten Olsen taktisch klug eingestellte Mannschaft Gas und ließ das Star-Ensemble der Squadra Azzurra dank großen läuferischen Einsatzes und angefeuert von etwa 7000 mitgereisten Fans nicht zur Entfaltung kommen. Kapitän Rene Henriksen organisierte die Abwehr vorbildlich, der Schalker Christian Poulsen verrichtete im defensiven Mittelfeld Schwerstarbeit.
Die Dänen, die unter Olsen erst 5 Niederlagen in 42 Spielen kassiert haben, begnügten sich nicht damit, das schwerfällige Spiel des Favoriten zu zerstören. Jon Dahl Tomasson, der für den AC Mailand stürmt, und Martin Jörgensen von Udinese Calcio, die wie drei weitere Dänen im EM-Kader über reichlich Serie-A-Erfahrung verfügen, brachten Juve-Torwart Gianluigi Buffon in größte Gefahr (33., 45.).
Die Italiener mit ihrem Wundersturm erwachten - abgesehen von einem 30-m-Freistoß von Francesco Totti (12.) - nur einmal aus ihrer Lethargie. Kurz vor der Pause prüften Del Piero nach Vorlage von Christian Vieri und Totti aus Nahdistanz Sörensen im Tor der Dänen, der beide Male reaktionsschnell parierte (44.).
Die Dänen sprühten vor Energie und scheuten die Hitze nicht. Nach der Pause kamen sie zwei Minuten zu früh aus der Kabine und spielten sich demonstrativ die Bälle zu, während sie auf die Azzurri warteten. Die Italiener taten nach Wiederanpfiff zwar etwas mehr für das Spiel, doch mit Vieris Kopfball, den Sörensen über die Querlatte lenkte (57.), und Tottis Freistoß (78.) hatten sie ihr Pulver auch schon verschossen. Auch auf der Gegenseite stand der Torhüter im Blickpunkt. Buffon wehrte gegen Tomasson und Dennis Rommedahl (75.) die beiden besten Chancen der Dänen in der zweiten Halbzeit ab.
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