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Bobic muss gegen Lettland treffen | 2004-06-18


Porto - Das deutsche Spiel gegen Lettland ist die letzte Chance für die Doppelspitze - und ganz besonders für Fredi Bobic: Der 32-Jährige rechnet fest mit seiner Nominierung als Stürmer Nummer zwei neben dem gesetzten Kevin Kuranyi.

Bobic will mit Toren vor allem für sich, aber auch für die sogar team-intern ins Abseits geratenen deutschen Angreifer werben. Klar will man von Anfang an spielen. Und die Chance ist sehr groß, dass es morgen von Beginn an losgeht, sagte Bobic selbstbewusst im DSF-Interview.

Alle Vorzeichen sprechen für den Berliner, auch wenn Rudi Völler am Tag vor dem Spiel mauerte. Der Teamchef verweigerte öffentlich einen Formvergleich zwischen Bobic und dessen Mitkonkurrenten Miroslav Klose, Thomas Brdaric und Lukas Podolski. Die sind alle vier in einer sehr guten Verfassung, sagte Völler kurz angebunden. Doch Insider Bobic weiß, dass er im Moment die Nase vorn hat. Ich habe ja schon ein paar Minuten gegen die Niederlande bekommen. Das EM-Feeling ist also da bei mir, betonte er.

Auch wenn Kuranyi für seine gute Leistung als Alleinunterhalter beim 1:1 gegen die Niederländer viel Lob erhalten hatte, müssen die Stürmer gegen Lettland unbedingt ihren wichtigsten Job erfüllen: Wir müssen Druck machen und viele Tore schießen, weiß der Stuttgarter. Doch daran krankte es zuletzt im Nationalteam, obwohl die Bilanz der Stürmer viel besser ist als ihr schlechter Ruf. Bei den letzten acht Siegen der Nationalelf gab es jeweils mindestens ein Stürmer-Tor - und Altmeister Bobic führt mit fünf Treffern die interne Rangliste vor dem jungen Kuranyi (4) und dem formschwachen Klose (2) an. Rudi Völler weiß, was er an mir hat, sagt Bobic, der an der Seite von Kuranyi in der jüngeren Vergangenheit seine besten Länderspiele machte.

Bobic ist jedenfalls heiß auf das Duell mit den lettischen Abwehrrecken, denen er durchaus mit Respekt begegnet. Die stehen knochenhart hinten drin, das wird nicht einfach. Ein schnelles Tor würde uns enorm helfen, meinte der Torjäger, dessen größte Schwäche in der EM-Vorbereitung die mangelhafte Chancenverwertung war.

Erweisen sich die deutschen Stürmer selbst gegen den vermeintlich schwächsten Gruppengegner erneut als untauglich, dann dürfte es für das EM-Turnier in Portugal das endgültige Aus für die Doppelspitze bedeuten. Denn den neuerlichen System-Wechsel begründete Völler allein mit dem Gegner: Es muss hin und wieder eine Veränderung geben, weil es der Gegner nicht erlaubt, mit der gleichen Aufstellung und Taktik zu spielen. Für das Vorrunden-Finale gegen Tschechien plant der Teamchef bislang wieder mit dem Ein-Mann-Sturm.

Vielleicht platzt aber ausgerechnet gegen Lettland der Knoten bei den deutschen Angreifern, die in der Vergangenheit bei EM-Turnieren groß auftrumpften. Schon vier Mal stellte Deutschland den Torschützenkönig: Gerd Müller traf beim Titelgewinn 1972 ebenso vier Mal wie Dieter Müller vier Jahre später. 1980 reichten Klaus Allofs drei Treffer zum ersten Platz. Ebenfalls mit drei Treffern wurde Karlheinz Riedle 1992 in Schweden Torschützenkönig, allerdings gemeinsam mit Dennis Bergkamp (Niederlande), Tomas Brolin (Schweden) und Henrik Larsen (Dänemark).


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