Lissabon - Portugals Torhüter Pereira Ricardo hat England aus allen Titelträumen gerissen und die Gastgeber mit einer Heldentat im Elfmeterkrimi zum dritten Mal nach 1984 und 2000 ins Halbfinale einer Fußball-Europameisterschaft gebracht.
Nach einer begeisternden Viertelfinal-Partie in Lissabon hielt der Keeper von Sporting Lissabon den Elfmeter von Darius Vassell und vollstreckte als elfter Schütze selbst zum 6:5. Zuvor hatten David Beckham und Rui Costa in der Elfmeter-Lotterie die Nerven einen Streich gespielt.
Wir hatten eine Pflicht zu erfüllen, indem wir ins Halbfinale kommen. Das haben wir geschafft, sagte der brasilianische Weltmeister-Trainer Luiz Felipe Scolari, der sich im Überschwang der Gefühle eine brasilianische und eine portugiesische Fahne umgehängt hatte. Was wir heute erlebt haben, war fantastisch. Ricardo hat unserer Leistung die Krone aufgesetzt.
England hatte nach der 1:0-Führung durch Michael Owen (3.) 80 Minuten in Führung gelegen, dann gelang ausgerechnet England-Legionär Hélder Postiga von Tottenham Hotspur der Ausgleich (83.). In der Verlängerung hatte dann zunächst Rui Costa vom AC Mailand die Portugiesen jubeln lassen (110.), ehe Frank Lampard die Engländer mit dem 2:2 ins einmal mehr glücklose Elfmeterschießen brachte (115.).
Während Portugal am 3. Juni in Lissabon gegen Schweden oder die Niederlande um den Einzug ins Endspiel kämpft, konnten die Engländer die hoch gesteckten Erwartungen wie schon vor vier Jahren nicht erfüllen. So zu verlieren, das tut weh, sagte der tief enttäuschte Teamchef Sven-Göran Eriksson. Nach dem EM-Halbfinale 1996 gegen Deutschland und dem WM-Achtelfinale 1998 gegen Argentinien haben die Engländer nun zum dritten Mal nacheinander bei einem großen Turnier ein Elfmeterschießen verloren.
Davor hatten die 62 275 Zuschauer im ausverkauften Estádio da Luz ein Klassespiel ohne taktische Zwänge gesehen. Wenn es nach Eusébio geht, spielt die Heimmannschaft nun sogar um ihren ersten EM-Titel. Der Sieger dieser Partie kommt ins Finale, prophezeite Portugals Fußball-Legende.
Für die Engländer, die im Gedenken an einen Anfang der Woche erstochenen Fan mit Trauerflor spielten, war das Spiel der offenen Rechnungen eines mit schlechten Vorzeichen. Portugal hat seit 17 Jahren in Lissabon kein Länderspiel mehr verloren. Zudem bot Scolari für den gelbgesperrten Pedro Pauleta als einzige Spitze Nuno Gomes auf, jenen Mann, der seit der EM 2000 ein rotes Tuch für die englischen Löwen ist, weil er im nicht minder begeisternden Gruppenspiel vor vier Jahren in Eindhoven die Aufholjagd der Portugiesen mit dem 3:2-Siegtor gekrönt hatte. Die Engländer mussten damals nach der Vorrunde nach Hause fahren.
Bei der WM 2002 reichte es immerhin für das Viertelfinale, in dem der spätere Weltmeister Brasilien die Engländer stoppte. Scolari war damals noch Trainer der Seleçao, und Eriksson erneut der Geschlagene. Die Revanche für den schwedischen Coach fiel aus.
Zum ersten Mal seit der 1:2-Niederlage zum EM-Auftakt gegen Griechenland mussten die Portugiesen einem Rückstand hinterher laufen, an dessen Entstehung sie selbst mitgewirkt hatten. Francisco Costinha ließ einen weiten Abschlag des englischen Torhüters David James über den Hinterkopf rutschen, Owen vollendete gekonnt aus der Drehung (3.). Es war das 26. Länderspieltor des Engländers.
Der in der Vorrunde schwache Owen entpuppte sich als wertvollster Mann der Engländer. Erst recht, als Rooney mit verstauchtem Knöchel vom Feld humpelte. Der 18-Jährige, der bei der EM schon vier Tore erzielt hatte, verletzte sich in einem Zweikampf mit Jorge Andrade, der ihm im Strafraum auf den Hacken getreten war.
Die Portugiesen blieben den hart in die Zweikämpfe gehenden Engländern nichts schuldig und hatten mehr vom Spiel. Nuno Maniche (8.), Nuno Gomes (10.) und Monteiro Miguel (25.) hätten schon in der ersten Halbzeit zurückschlagen können. Nach Wiederanpfiff setzten die Portugiesen ihren Sturmlauf fort. Teilweise hielten sich bis auf Torhüter Ricardo alle Spieler in der englischen Hälfte auf. Und sie wurden belohnt, als der für den glücklosen Luís Figo eingewechselte Postiga per Kopf nach Flanke von Simao den hoch verdienten Ausgleich erzielte (83.) und gegen seine Kollegen aus der Premier League die Verlängerung erzwang. Ein Tor von Sol Campbell nach Lattenkopfball von Owen (90.) wurde nicht anerkannt, weil John Terry den portugiesischen Torwart attackiert hatte.
Emerson zu Real - Interimsvorstand in BarcelonaJürgen Klinsmann: Unser Traum ist uns genommenMainzer Damm wechselt zum Wuppertaler SVOblak nicht mehr slowenischer NationalcoachMünchen feiert fünften Sieg in Serie: 1:0 gegen WehenBlitz-Tore nach Klinsmanns Psycho-TricksRummenigge warnt Bayern - Luzio fit1860 stoppt KSC - Tabellenführer verliert mit 0:2Bierhoff: Arbeite daran, dass Jürgen weitermachtKapitän Cannavaro unterstützt Totti1584 |
1347 |
1726 |
1180 |
1411 |
13941 |
13366 |
13998 |
13985 |
13757 |