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231 Ausländer spielen in der Bundesliga | 2004-08-05


Hamburg - Beim Liga-Start vor über 40 Jahren waren sie noch Exoten, heute sind sie Leistungsträger: Ausländer in der Fußball-Bundesliga. Keiner der 18 Erstliga-Vereine kommt mehr ohne sie aus. Fast jeder zweite Profi hat keinen deutschen Pass.

In den Kadern für die neue Saison werden von insgesamt 477 Spielern 231 Ausländer aus 52 Nationen aufgelistet. Mit 21 Kickern vom Zuckerhut führt Brasilien diese Tabelle an. Borussia Dortmund beschäftigt mit Evanilson, Dede, Ewerthon und Thiago gleich vier. Allerdings gehörten nur Lucio (FC Bayern München) und Roque Junior (Bayer Leverkusen) 2002 zum Weltmeister-Team der Selecâo.

Weitere führende Export-Länder sind Kroatien (16 Spieler), Tschechien (13) und Dänemark (12). Nur einen Spieler stellen unter anderem Länder wie Mali (Soumaila Coulibaly/SC Freiburg), Luxemburg (Jeff Strasser/Borussia Mönchengladbach) oder auch England (Owen Hargreaves/Bayern München). Aus dem Land des Europameisters kommen mit Angelos Charisteas (Werder Bremen), Dimitrios Grammozis und Ioannis Amanatidis (beide 1. FC Kaiserslautern) nur drei Griechen.

Die meisten Gastarbeiter beschäftigt Hannover 96. Im 33 Spieler umfassenden Kader stehen 21 Ausländer aus 17 Nationen. Bei Mainz 05 spielen hingegen die wenigsten (7). Neben Hannover gibt es noch sechs Clubs, bei denen mehr Ausländer als Deutsche auf der Gehaltsliste stehen. Dazu gehört auch Meister und Pokalsieger Werder Bremen (13 Ausländer/12 Deutsche).

Alle bisherigen Vorgaben der Verbände, das Ausländer-Kontingent zu reglementieren, werden mit legalen Tricks aufgehoben. Zwar muss jeder Bundesligist mindestens zwölf deutsche Spieler im Kader haben, doch fehlende Plätze werden oft mit Amateuren ohne Einsatzchance besetzt. Und die FIFA-Regel, pro Partie maximal drei Nicht-EU-Ausländer einzusetzen, wird mit doppelten Staatsbürgerschaften umgangen.

So stürmt Bayerns Claudio Pizzaro zwar für die Nationalelf Perus, besitzt aber auch die italienische Staatsangehörigkeit. Daher gilt Pizzaro als Italiener und somit als EU-Ausländer. Selbiges trifft für den Argentinier Diego Placente im Dienste von Bayer Leverkusen zu, der genau wie sein brasilianischer Teamkollegen Robson Ponte auch einen italienischen Pass besitzt. Und BVB-Profi Sunday Oliseh, der mit Nigeria 1996 Olympia-Gold gewann, wird als Belgier geführt.


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