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DFB-Ehrenpräsident Braun unterstützt Zwanzigers Kandidatur | 2004-07-06


Frankfurt/Main - Der Ehrenpräsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Egidius Braun, wird sich für eine Wahl von Theo Zwanziger zum Präsidenten des weltgrößten Sportfachverbandes stark machen.

Zwanziger ist mein Mann. Wir müssen an die Millionen Menschen im DFB denken. Zwanziger ist der beste für die Interessenvertretung dieser Millionen. Ich werde ihn unterstützen, sagte Braun der dpa.

Braun machte zugleich deutlich, dass er eine Kampfabstimmung bei der Wahl auf dem Bundestag am 23./24. Oktober in Osnabrück bedauern würde. Ich glaube daran, dass man sich arrangieren kann, meinte Braun, der einen Verzicht von Amtsinhaber Gerhard Mayer-Vorfelder begrüßen würde. MV kann die WM 2006 weitermachen und den DFB in der FIFA und der UEFA vertreten, deutete Braun einen Kompromiss an.

Weitere Reaktionen zur DFB-Präsidiumssitzung:

Hermann Korfmacher (Präsident Westdeutscher Fußball-Verband): Theo Zwanziger wird erkennen können, dass für ihn beim Bundestag große Möglichkeiten bestehen. Aber es kommt darauf an, wie sich die Verbände positionieren. Ich finde es gut, dass es eine Kommission geben wird, die eine Kandidatur beider ausschließen soll. Es ist doch immer die positivere Lösung, wenn es keine Kampfabstimmung gibt.

Martin Kind (Vorstandsvorsitzender Hannover 96): Es muss ein Vertrauen und eine Kontinuität zur FIFA im Hinblick auf die WM 2006 geben. Dies muss der DFB so schnell wie möglich herstellen. Ich kenne Herrn Zwanziger zu wenig und will mir erst ein Bild über ihn machen.

Peter Pander (Manager VfL Wolfsburg): Ich bewerte den Machtkampf als insgesamt schlecht. Ich kann auch den Vorstoß der Opposition nicht nachvollziehen. Die Bundesliga muss jetzt präsent sein und sich positionieren. Wir können als Bundesligavertreter nicht tatenlos zu sehen. Wir brauchen eine intakte Führung aus Profis im Hinblick auf die WM 2006. Die Bundesliga besorgt das Geld, dass sollten einige Herren bei den Diskussionen nicht vergessen.

Wolfgang Holzhäuser (Vorstandsmitglied der Deutschen Fußball Liga und des Deutschen Fußball-Bundes): Der Rücktritt von Rudi Völler kann sicher nicht der Anlass für die Kandidatur von Theo Zwanziger sein. Die Fußball-WM halte ich durch diesen demokratischen Vorgang für nicht gefährdet. Richtig finde ich die Einrichtung einer Findungskommission zur Suche eines neuen Bundestrainers. Da kann nun ohne Hast und Eifer eine Lösung gesucht werden.

Gerhard Seiderer (Präsident des Nordbadischen Fußball-Verbandes): Im Grundsatz ist das nicht in Ordnung, was mit dem Präsidenten geschieht. Aber Theo Zwanziger ist mir genauso lieb wie Gerhard Mayer-Vorfelder. Wenn Zwanziger antritt, hat es Mayer-Vorfelder schwer.

Heinrich Schmidhuber (Präsident des Bayerischen Fußball- Verbandes): Wir unterstützen eine Kandidatur von Dr. Zwanziger. Herr Mayer-Vorfelder ist ein Kämpfer, aber wenn man die Argumente austauscht und das Für und Wider abwägt, schlägt das Pendel für Dr. Zwanziger aus. Gegen den derzeitigen Präsidenten sprechen eine bestimmte Selbstherrlichkeit, Defizite in der Informations- und Kommunikationspolitik und seine Alleingänge. Einen Verband mit sechs Millionen Mitgliedern kann man nichts nach Gutsherrenart führen.

Christian Hochstätter (Sportdirektor Borussia Mönchengladbach): Ich bin froh, dass in der Bundestrainer-Findungskommission einer sitzt, der Ahnung vom Fußball hat: Franz Beckenbauer. Wir wissen, dass wir bis 2006 keine Spieler mehr vom Format eines Zidane oder eines Trezeguet bekommen werden. Da ist dann ein Trainer gefordert, der mit der richtigen Philosophie ein Kollektiv bildet. Und diesen Trainer muss jetzt Franz Beckenbauer finden.

Friedel Gütt (Präsident des Hamburger Fußball-Verbandes): Ich schätze Zwanzigers Chancen als sehr hoch ein. Ich arbeite seit einigen Jahren sehr eng mit ihm zusammen. Er ist der gegebene Nachfolger.

Erdmann Fischer (Vorsitzender des Schleswig-Holsteinischen Fußball-Verbandes): Mayer-Vorfelder ist kein schlechter Präsident. Was ihm vorgeworfen wird, ist schon immer seine Art gewesen. Ich gehöre nicht zu denen, die einen ordnungsgemäß gewählten Präsidenten unbedingt weghaben wollen.

Rolf Hocke (Vorsitzender des Süddeutschen Fußball-Verbandes): Die fünf Regionalverbände haben sich in der vergangenen Woche einhellig geeinigt, die Kandidatur von Dr. Zwanziger zu stützen. Und DFB- Vizepräsident Engelbert Nelle hat Gerhard Mayer-Vorfelder direkt vor der Sitzung am Montag in Frankfurt gesagt, dass er von den Regionalverbänden keine Unterstützung bei der Wahl am 23. Oktober erhält. Allerdings ist das eine demokratische Wahl mit einfacher Mehrheit, bei der jeder für seine Stimme verantwortlich ist.


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