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Strukturreform der DFL - 50 Millionen Euro aus WM | 2007-06-01


Köln - Der Ligaverband will mit einer neuen Führungsstruktur fit für die Zukunft bleiben und die Suche nach einem neuen Präsidenten forcieren.

In der Diskussion ist es überhaupt nicht um Namen gegangen, erklärte Interimspräsident Wolfgang Holzhäuser nach der außerordentlichen Mitgliederversammlung des Ligaverbandes in Köln. Damit begegnete er Spekulationen um eine Kandidatur von Reinhard Rauball, dem Präsidenten von Borussia Dortmund. Freuen können sich die 36 Proficlubs über 50 Millionen Euro, die sie aus dem Überschuss der Weltmeisterschaft 2006 erhalten.

Präsentiert wurde auf der Tagung das Ergebnis der Studie der Personalberatung Korn/Ferry, die in 60 Interviews nach einem Idealbild des künftigen Präsidenten forschen sollte. Wir sind um einiges schlauer und haben nun das Bild eines Liga-Präsidenten, wie es sich die Vereine vorstellen, so Holzhäuser. Zwei Mitglieder des Vorstandes, die keine Ambitionen auf den Posten haben, und Geschäftsführer Christian Seifert sollen den Kandidaten bis Anfang Juli finden. Es wäre schön, wenn es nur einer wäre, ich mag keine Kampfkandidaturen, meinte Holzhäuser, der nach dem Tod von Werner Hackmann das Spitzenamt übernahm.

Kernstück der Strukturreform ist die Stärkung der Administration um Seifert, die mehr Präsenz im Vorstand bekommen soll. Die Hauptamtlichkeit soll gestärkt werden, sagte Holzhäuser. Danach sollen in den künftig von acht auf sieben Mitglieder reduzierten Liga-Vorstand zwei oder gar alle vier Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga (DFL), der Tochter des Ligaverbandes, einziehen. Beschlossen wird das neue Konzept am 6./7. August auf der Vollversammlung des Ligaverbandes in Berlin. Zu den Veränderungen wird auch die personelle Trennung des sechsköpfigen Aufsichtsrats und des Vorstandes gehören - beide Gremien waren bisher fast identisch besetzt.

Auf Widerstand stieß die angeblich von Holzhäuser initiierte Idee, den Liga-Präsidenten nicht mehr von den 36 Bundesliga-Clubs direkt wählen zu lassen. Vielmehr sollte nur der Vorstand von ihnen bestimmt und der Liga-Chef aus dessen Mitte gekürt werden. Der Präsident wird weiter von allen gewählt. Dies wurde einvernehmlich entschieden, sagte Holzhäuser, der als Geschäftsführer von Bayer 04 Leverkusen noch eine Niederlage hinnehmen musste. Im diesjährigen Ligapokal wird nämlich nicht der Bundesliga-Fünfte, also Bayer 04, sondern der Meister der 2. Liga mitspielen.

Von einem Geschenk, das Theo Zwanziger, der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) mitbrachte, profitieren aber alle. Die 36 Clubs der 1. und 2. Bundesliga erhalten aus dem Überschuss der WM 2006 in Deutschland 50 Millionen Euro, die sie allerdings noch versteuern müssen. 25 Millionen werden davon gleichmäßig auf 40 Profivereine (inklusive Aufsteiger) verteilt, die andere Hälfte wird nach einem Schlüssel an die Clubs verteilt, die Nationalspieler für die WM abgestellt haben. Uns ist egal, was die Liga mit dem Geld macht. Es war nur wichtig, dass die Gemeinnützigkeit des DFB erhalten bleibt, sagte Zwanziger. Insgesamt war ein WM-Plus von 105 Millionen Euro nach Abzug des Anteils für den Weltverband FIFA erwirtschaftet worden.


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