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Irritation um Falschmeldung über neuen Hertha-Coach | 2007-04-18


Berlin - Nach der Verwirrung um eine ARD-Falschmeldung über eine Verpflichtung von Felix Magath hat Hertha BSC ein erneutes Bekenntnis zu Interims-Coach Karsten Heine abgegeben.

Ich hatte seit über einem halben Jahr keinen Kontakt zu Felix Magath. Es bleibt dabei: Wir werden nicht mit einem Trainer konkret verhandeln, bevor die Saison vorbei ist, betonte Manager Dieter Hoeneß und ergänzte: Natürlich sondieren wir den Markt. Aber Heine ist unsere Nummer 1.

Die ARD bedauerte am 18. April die Falschmeldung vom Vorabend. Wir entschuldigen uns bei unseren Zuschauern, bei Hertha BSC und natürlich bei Felix Magath. Wir sind einer Fehlinformation aufgesessen, sagte ein Verantwortlicher des für die Live-Übertragung zuständigen Bayerischen Rundfunks der dpa. Während des Pokal-Halbfinales 1. FC Nürnberg - Eintracht Frankfurt (4:0), das im Schnitt 6,13 Millionen Zuseher verfolgten, war in einem Meldungs-Laufband verkündet worden, dass Magath ab 1. Juli Hertha-Coach werde. Magath dementierte die Meldung sofort. Ich habe keinen Kontakt zu Hertha und bin auch nicht interessiert, sagte der Coach der dpa.

Hertha BSC will sich indes mit der Entschuldigung der ARD nicht zufrieden geben. Wir erwarten eine offizielle Stellungnahme, sagte Pressesprecher Hans-Georg Felder. Immerhin sei der Verein ohne eigenes Verschulden in Erklärungs-Not geraten. Eine Verkündung eines neuen Trainers zum jetzigen Zeitpunkt wäre einer Brüskierung von Karsten Heine gleichgekommen. Erst vor acht Tagen hatte Heine die Nachfolge des entlassenen Falko Götz angetreten und sich mit dem 3:1 in Bochum nach Herthas langer Pleitenserie erfolgreich eingeführt.

Der Fall Magath zeigt, wie sensibel man derzeit in Berlin mit der Trainerfrage umgeht. Während in den Medien tagtäglich über neue Namen spekuliert wird, der Ex-Herthaner Kjetil Rekdal sich sogar selbst ins Gespräch brachte und neben Magath auch schon Volker Finke (SC Freiburg) oder Jürgen Klopp (Mainz 05) als mögliche Kandidaten gehandelt wurden, scheint Hertha aus den Erfahrungen der Vergangenheit gelernt zu haben. Vor fünf Jahren hatte Falko Götz das Team als Ersatzmann bis in den UEFA-Cup geführt, musste aber seine Koffer packen, weil der Vertrag mit Huub Stevens bereits geschlossen war. Momentan gibt es von Hoeneß in der Trainerfrage immer nur die selbe Aussage: An Spekulationen beteiligen wir uns nicht.

Natürlich würde dem Manager die Entscheidung leicht gemacht, wenn Heine sein momentanes Engagement mit möglichst vielen weiteren Siegen krönen könnte. Mit Sicherheit wäre der 52-jährige Berliner für den mit 46 Millionen Euro Verbindlichkeiten belasteten Verein auch eine kostengünstige Variante. Ich belaste mich nicht mit diesem Thema. Für mich ist das nächste Spiel immer das wichtigste. Und jetzt wollen wir erstmal Dortmund schlagen, sagte Heine. Er hatte stets erklärt, dass er sich vorstellen könne, als Trainer der Regionalliga-Mannschaft auch wieder ins zweite Glied zurückzutreten.


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