Berlin - Ein umstrittener Handelfmeter hat dem VfL Bochum ein 2:2 bei Hertha BSC beschert - Berlin kann zum Saisonauftakt einfach nicht mehr gewinnen. Dabei sah der Hauptstadtclub nach vier vergeblichen Versuchen, einen Startsieg zu landen, schon wie der sichere Gewinner aus.
Doch nach den beiden Toren der Brasilianer Gilberto (6.) und Marcelinho (44.) glichen Raymond Kalla (65.) per Kopfball und Peter Madsen (70.) mit dem verwandelten Elfmeter noch aus. Lokvenc hat mich runter gedrückt, dann ging der Ball an meine Hand, monierte Hertha-Kapitän Arne Friedrich den entscheidenden Piff von EM-Final-Schiedsrichter Markus Merk. Das war in keinster Weise Absicht bei dem Handspiel, kritisierte auch Berlins Trainer Falko Götz.
Merk selbst wollte die sehr merkwürdige Entscheidung (Friedrich) offiziell nicht kommentieren. Es gibt nichts zu sagen, es war Elfmeter, meinte der Zahnarzt nur kurz und schlug Interviews aus. Er ist ja Europas bester Schiedsrichter, er wird schon alles richtig machen. Ihn zu kritisieren, ist ja fast Majestätsbeleidigung. Lassen wirs mal so stehen, meinte Fredi Bobic. In der ersten Halbzeit hätte es auch einen Elfmeter für ihn geben müssen, wies der Nationalstürmer auf unterschiedliche Auslegungen hin: Da ist mir einer in die Beine gelaufen und ich bin gestürzt. Das war genauso unabsichtlich.
Dass es die Berliner auch im fünften Versuch nicht schafften, den Startfluch zu brechen, lag aber nicht nur an dem Elfmeterpfiff. Nach dem schnellen Tor der brasilianischen Neuerwerbung Gilberto, der für zwei Millionen Euro von AD Sao Caetano nach Berlin gekommen war, und dem 2:0 durch einen 20-Meter-Gewaltschuss von dessen Landsmann Marcelinho hatten die Gastgeber vor 45 435 Zuschauern alle Trümpfe in der Hand. Doch nach dem Anschlusstor von Kalla nach Freistoß von Dariusz Wosz verloren die Gastgeber ihre Linie. Wir wussten, dass wir uns auf unsere Laufstärke und unsere moralischen Fähigkeiten verlassen können. Wir sind zufrieden mit dem gewonnenen Punkt, sagte VfL-Coach Peter Neururer, auch wenn er weiter auf seinen ersten Sieg im Berliner Olympiastadion warten muss.
Die Herthaner starteten so, als wollten sie in wenigen Minuten die katastrophale Vorsaison vergessen machen. Tempo, Offensive, Begeisterung: Bereits der erste schöne Angriff wurde belohnt. Marcelinho spielte mit Querpass Gilberto frei, der zweimalige brasilianische Nationalspieler wuchtete den Ball unhaltbar für Keeper Rein van Duijnhoven ins lange Eck. Nationalstürmer Bobic (29.), beim neuen Hertha-Coach Falko Götz wieder Stammkraft, und Nebenmann Artur Wichniarek (34.) verpassten weitere Berliner Treffer nur knapp.
Neururer hatte mit den ehemaligen Lauterern Aleksander Knavs und Vratislav Lokvenc, dem Ex-Hamburger Marcel Maltritz und Christoph Preuß (zuletzt Eintracht Frankfurt) vier Neue aufgestellt. Doch erst nach der Pause fand Bochum zum angekündigten mutigen Offensivspiel. Der VfL erarbeitete sich mehr Spielanteile. Doch die besseren Torgelegenheiten hatte zunächst noch die konternde Hertha. Von Duijnhoven gegen Gilberto und der Pfosten beim Marcelinho-Nachschuss (60.) verhinderten das 3:0. Dann schlug der VfL zurück.
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