Leverkusen - Bayer 04 Leverkusen will mit Torwart-Aufsteiger René Adler im Rücken und dem Aufwind in der Bundesliga mit einem Sieg gegen den SC Lens ins Viertelfinale des UEFA-Cups einziehen.
Wir haben mit den Blackburn Rovers einen englischen Premier Club ausgeschaltet. Deshalb haben wir gegen Lens keine Angst, sagte Bayer-Sportdirektor Rudi Völler, dessen Werksclub nach dem 1:2 im Hinspiel aber zum Sieg verdammt ist. Die Franzosen haben eine kleinen Vorteil. Es wird schwer, aber es ist machbar, meinte auch Leverkusens Chefcoach Michael Skibbe.
Etwas skeptischer blickt Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser dem Rückspiel gegen den französischen Tabellen-Zweiten entgegen. Natürlich ist das 1:2 kein schlechtes Ergebnis, aber ein 1:1 wäre besser gewesen, meinte er. Schließlich stehe der RC Lens in der französischen Liga, die stärker als die Deutsche sei, souverän an zweiter Stelle. Außerdem haben die Franzosen in dieser Saison schon 41 Tore geschossen, was zeigt, dass sie auch auswärts stark sind.
Diese Einschätzung teilen Völler und Skibbe. Lens spielt auswärts meistens taktisch geschickter und kann auf sehr schnelle Stürmer bauen, urteilte Skibbe, der vor allem Hinspiel-Torschütze Olivier Monterrubio und Stürmer Aruna Dindane im Blick hat. Diese will er aber in der BayArena erst gar nicht zur Entfaltung kommen lassen: Im eigenen Stadion werden wir mehr Druck entfachen.
Der Einzug in die Runde der letzten Acht wäre für den UEFA-Cup-Gewinner von 1988 der größte Erfolg in diesem Wettbewerb seit sieben Jahren. Es würde einen enormen Imagegewinn bringen. Das Erreichen des Viertelfinals wäre der Vorstoß in die Elite des UEFA-Pokals, hofft Holzhäuser, der damit zudem die Phase, in der wir finanziell Gewinn machen können erreichen würde. Verständnis hat er dafür, dass einige seiner Profis sogar vom Finale am 16. Mai in Glasgow träumen, wo die Leverkusener 2002 im Champions-League-Endspiel gegen Real Madrid (1:2) verloren: Wenn man nicht mehr träumen darf, wäre es schlimm. Außerdem haben wir in Glasgow noch etwas gut zu machen.
Erneut zum Rückhalt gegen den französische Meister von 1998, der 1999/00 bis ins Halbfinale des UEFA-Pokals gelangte, soll Jung-Keeper Adler werden. Dass ist klasse, was der momentan hält, lobte Mittelfeldspieler Simon Rolfes seinen 22-jährigen Schlussmann, der zuletzt gegen den Hamburger SV (0:0) sogar einen Elfmeter parierte. Einen Kräfteeinbruch nach dem HSV-Spiel befürchtet Rolfes nicht: Zwei Tage hatten wir Zeit zum Verschnaufen. Und dann gilt es, richtig Gas zu geben.
Nicht mitwirken kann wegen seiner Gelb-Roten-Karte der tunesische Innenverteidiger Karim Haggui, der sowohl in Lens als auch beim HSV jeweils ein Elfmeter verursacht hat. Für ihn wird wohl Ingwer Callsen-Bracker in die Anfangsformation rücken. Bangen muss Trainer Skibbe um den Einsatz von Kapitän Carsten Ramelow, der an einer Sehnenentzündung im Knie laboriert und bereits beim HSV pausieren musste. Erst nach dem Abschlusstraining soll entscheiden werden, ob der Mittelfeldspieler mitwirken kann.
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