Englands Nationalcoach setzt sich zur Wehr | 2007-04-01
London - Englands umstrittener Fußball-Nationaltrainer Steve McClaren denkt trotz der massiven Kritik an seiner Person nicht an einen Rücktritt und setzt sich öffentlich zur Wehr.
Ich lasse mich von einem hasserfüllten Mob nicht aus dem Amt treiben. Ich habe eine Aufgabe zu erfüllen und werde nicht gehen, bevor ich sie nicht erfüllt habe, sagte McClaren dem englischen Boulevardblatt News of the World. Der 45-Jährige war nach den zuletzt enttäuschenden Auftritten der Three Lions von den Medien und den eigenen Fans verbal angegriffen worden.
Beim mühsamen 3:0-Sieg gegen den Fußball-Zwerg Andorra hatten ihn die rund 17 000 nach Barcelona mitgereisten England-Anhänger am vergangenen Mittwoch permanent mit Schmähliedern bedacht. Vier Tage zuvor hatte sein Team beim 0:0 in Israel zum wiederholten Male in seiner Amtszeit eine indiskutable Leistung gezeigt.
Seit der Amtsübernahme nach der WM im Sommer 2006 hat McClaren erst zwei Siege gegen Mazedonien (1:0) und Andorra (3:0) vorzuweisen. Ohne den von McClaren aussortieren David Beckham wirkte der Weltmeister von 1966 meist uninspiriert und fiel in das überholte englische Kick&Rush-System zurück. In der Qualifikation zur EM 2008 liegt England in der Gruppe E hinter Kroatien und Israel nur auf dem dritten Platz. Die punktgleichen Russen haben zudem ein Spiel weniger ausgetragen und können auch noch vorbeiziehen. Eine erneute Enttäuschung beim nächsten Qualifikationsspiel am 6. Juni in Estland würde für McClaren wohl das Aus als Nationalcoach bedeuten.