Jena - Entwarnung für Leendert van Steensel, Aufatmen in Jena: Die Verletzungen des niederländischen Verteidigers in Diensten des thüringischen Fußball-Zweitligisten FC Carl Zeiss sind doch nicht so schwerwiegend wie kurz nach dem Spiel bei TuS Koblenz (0:0) befürchtet.
Es ist nichts gebrochen. Er hat eine schwere Gehirnerschütterung, aber insgesamt sehr viel Glück im Unglück gehabt, sagte Trainer Heiko Weber. Van Steensel steht in einem Koblenzer Krankenhaus noch bis zum 19. März unter ärztlicher Beobachtung.
Der 24-Jährige, dem der Koblenzer Anthony Tieku in der 26. Minute bei einem Kopfballversuch in Kung-Fu-Manier ins Gesicht trat, musste sogar um sein Leben bangen. Bei dem schweren Foul hatte van Steensel seine Zunge verschluckt und war kurzzeitig bewusstlos. Jenas Mannschaftsarzt Heribert Zitzmann leistete noch auf dem Spielfeld die Erste-Hilfe-Maßnahmen ein. Zum Glück hat sich nun auch der Anfangsverdacht auf Unterkiefer- und Schlüsselbeinbruch nicht bestätigt, sagte Pressesprecher Andreas Trautmann.
Dem Übeltäter Tieku, der für die Kampfsporteinlage von Schiedsrichter Norbert Grudzinski (Hamburg) nicht einmal die Gelbe Karte sah und in dieser Szene nur wegen Meckerns verwarnt wurde, droht dennoch ein juristisches Nachspiel. Wenn nach irgendeinem Foul die Rote Karte berechtigt ist, dann in dieser Situation. Das war ganz klar eine grobe Unsportlichkeit, sagte Weber und forderte eine nachträgliche Bestrafung. Der Verein will möglicherweise selbst aktiv werden. Der Rasen ist keine rechtsfreie Zone, in der man ungestraft Körperverletzungen begehen kann, sagte Carl-Zeiss- Präsident Rainer Zipfel. Gemeinsam mit Vizepräsident Peter Voß, einem Juristen, will er die Möglichkeiten rechtlicher Schritte prüfen.
Vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) muss Anthony Tieku muss keine Strafe befürchten. Der DFB nimmt keine Ermittlungen auf, weil dem Spieler kein vorsätzliches Foul beziehungsweise krass sportwidriges Verhalten vorzuwerfen ist, erklärte der DFB-Kontrollausschussvorsitzende Horst Hilpert. Es habe sich in der Partie bedauerlicherweise um einen Unglücksfall im Kampf um den Ball, wie er im Fußball höchst selten vorkommt, gehandelt.
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