München - Nach dem 0:3-Debakel im Derby gegen den FC Augsburg hat Fußball-Zweitligist TSV 1860 München die Reißleine gezogen und Trainer Walter Schachner mit sofortiger Wirkung durch Marco Kurz ersetzt.
Speziell in der Rückrunde hatten wir uns das anders vorgestellt, begründete Geschäftsführer Stefan Reuter auf einer Pressekonferenz den vorgezogenen Schnitt im Löwen-Trainerstab. Der frühere Bundesliga-Profi Kurz wird am 19. März erstmals das Training leiten. Die Aufgabe ist schwer, aber reizvoll, sagte der bisherige Regionalliga-Trainer der Münchner. Langfristig muss das Ziel sein, wieder aufzusteigen.
Erst vor neun Tagen hatten sich die Löwen mit dem glücklosen Österreicher Schachner auf eine vorzeitige Auflösung zum Saisonende des bis 2008 laufenden Vertrages geeinigt, doch nach der herben Heimpleite fand der Abgang in Raten sein unrühmliches Ende. Ich muss mich echt schämen für die Leistung meiner Mannschaft, sagte am Freitag der sichtlich konsternierte Schachner. Nach dem Training einigten sich Reuter und Schachner dann auf das sofortige Ende der 14-monatigen Zusammenarbeit. Der Österreicher erhält eine nicht näher bezifferte Abfindung. Das Aus für Schachner ist der achte Trainerwechsel im Fußball-Unterhaus in dieser Saison.
Ich bin überzeugt, dass Marco der absolut richtige Mann ist, mit dem wir langfristig unseren Weg gehen können, lobte Reuter den früheren Bundesliga-Profi. Wir haben beide lang genug in der 1. Liga gespielt. Da wollen wir auch wieder hin - so schnell wie möglich, aber mit der nötigen Geduld. In seiner sofortigen Berufung zum neuen Löwen-Trainer sieht Kurz kein Problem, da ihm die Länderspiel-Pause erst einmal Luft verschafft. Ich habe jetzt Zeit, in die Mannschaft hineinzuhören und dann die richtigen Hebel an der richtigen Stelle anzusetzen, sagte der frühere Bundesliga-Profi am Sonntag.
Die Pleite gegen Augsburg war der Tiefpunkt eines Negativtrends, sechs der letzten neun Partien hat der Club verloren. Sogar von den eigenen, sonst so treuen Fans wurden die Löwen verspottet, voller Hohn beteiligten sie sich im mit 69 000 Zuschauern ausverkauften Stadion an der Augsburger Jubel-Welle.
Kurz, der noch keine Fußball-Lehrer-Lizenz hat, drückt derzeit in Köln die Trainer-Schulbank. In den kommenden Wochen hätte der 37-Jährige auch ein Praktikum bei zwei Fußball-Clubs absolvieren sollen, dafür steht nun seine erste Profi-Trainerstelle an. In dieser Saison trainierte der 37-Jährige das Regionalliga-Team der Löwen. Zuvor war der frühere Profi beim Süd-Regionalligisten SC Pfullendorf aktiv. Seinen größten Erfolg feierte Kurz 1995 mit Borussia Dortmund, als er unter Trainer Ottmar Hitzfeld deutscher Meister wurde. Zwei Jahre später gewann er mit dem FC Schalke 04 den UEFA-Pokal.
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