Hamburg - Bayern-Manager Uli Hoeneß und der Teamchef der deutschen Fußball-Nationalmannschaft sind verbal aneinander geraten.
Nachdem der Manager des Münchner Rekordmeisters Bierhoff Einmischung in die Vereins-Angelegenheiten des FC Bayern vorgeworfen und zudem das Juxspiel der DFB-Elf gegen einen Gegner San Marino kritisiert hatte, wies der ehemalige DFB-Kapitän in Hamburg alle Vorwürfe zurück. Er sei schon verwundert, so Bierhoff, dass die Bayern ihn immer wieder attackieren würde, ohne die Fakten zu sehen.
Der Termin gegen San Marino zwei Wochen nach Bundesliga-Abschluss, den Hoeneß kritisiert hatte, sei keine Sache des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), sondern des weltweiten Terminplanes der FIFA. Zudem erinnerte Bierhoff daran, dass Bundestrainer Joachim Löw auch in Absprache mit Hoeneß im jüngsten Test-Länderspiel gegen Dänemark (0:1) in Duisburg auch Bayern-Spieler geschont hatte. Man brauche auch kein Wissenschaftler zu sein, um zu erkennen, dass eine erneute Asienreise der Bayern vor der kommenden Saison für die Trainingsarbeit nicht förderlich sei.
Bierhoff hatte sich für ein kontinuierliches Aufbautraining der stark beanspruchten Nationalspieler stark gemacht, Hoeneß verwies auf die Interessen der Bayern. Da es auch unsere Nationalspeiler sind, interessiert uns das schon, verteidigte der DFB-Team-Manager seine Einwände.
Auch in einem dritten Punkt zeigte sich Hoeneß von Bierhoff verärgert. Der hatte den Münchner Neuzugang Luca Toni nicht unter die Top 10 des Welt-Fußballs eingeordnet. Ich halte Toni für einen sehr guten und geschickten Einkauf, erklärte Bierhoff. Sowohl sportlich als auch charakterlich würde er bestens in die neue Münchner Mannschaft passen, aber zu den besten zehn Spielern würden derzeit eben andere zählen. Es liegt mir fern, mich in irgendeiner Form in die Vereinspolitik einzumischen, betonte Bierhoff. Im Gegenteil: Er würde sich sehr darüber freuen, dass die Bayern personell aufrüsten und Hoeneß auch wieder zu einer gewissen Aggressivität gefunden habe.
Im Februar diesen Jahres war Bierhoff bereits im Zusammenhang mit dem Ausrüsterstreit des DFB um adidas und Nike mit Bayern Münchens Vorstandsvorsitzendem Karl-Heinz Rummenigge aneinander geraten. Der hatte Bierhoff unseriöses Verhalten vorgeworfen und ihn als Ich-AG vom Starnberger See bezeichnet. Bierhoff wies das damals als lächerlich zurück und bezeichnete Rummenigges Drohung, keine Bayern-Spieler mehr fürs Nationalteam abzustellen, als respektlos gegenüber anderen Vereinen, die gleichfalls andere Ausrüster hätten, jedoch keine solche Drohungen ausstießen. Bayern hat sich als adidas- Club klar gegen das neue Nike-Angebot für den DFB ausgesprochen.
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