München - Der Schock saß tief beim FC Bayern München, doch nach der bitteren Botschaft eineinhalb Wochen vor dem Viertelfinal-Hinspiel in der Champions League gegen den AC Mailand gab sich der Verein erst einmal betont defensiv.
Zunächst müsse die schriftliche Urteilsbegründung der Europäischen Fußball-Union (UEFA) zur verhängten Sperre gegen Kapitän Oliver Kahn abgewartet und juristisch geprüft werden, teilte der deutsche Rekordmeister nach einer Krisensitzung mit. Über eine mögliche Berufung soll nun am 26. März entschieden werden. Unterdessen nahm der von Kahn lautstark kritisierte Dopingarzt Franz Krösslhuber den Bayern-Torhüter in Schutz.
Nach Bekanntwerden des Urteils gegen Kahn wegen seines Ausrasters nach dem Rückspiel des Champions-League-Achtelfinales gegen Real Madrid hatte dies noch ganz anders geklungen. Wir gehen gegen das Urteil in Berufung, zitierte Sport Bild online am Vorabend Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld. Mit der Hoffnung, dass wir erfolgreich sein werden wie bei van Bommel, dass wir mit der UEFA eine gute Lösung finden. Hitzfeld zeigte auch kein Verständnis für das harte Strafmaß gegen seinen Keeper. Mir ist kein Fall bekannt, dass ein Spieler für so ein Vergehen gesperrt wurde, klagte der 58-Jährige nach dem Training.
Bei der Vereinsführung war am Tag nach der bitteren Kunde dagegen erst einmal Zurückhaltung angesagt. Der Bayern-Vorstand konferierte mit Kahn, beließ es dann aber bei einer kurzen Presseerklärung mit gerade einmal vier dürren Sätzen. Redseliger gab sich Mark van Bommel: Das ist natürlich eine große Schwächung für uns, dass Olli in Mailand nicht dabei sein kann.
Ich habe schon Verständnis dafür, dass es zu emotionalen Ausbrüchen kommt, erklärte Dopingarzt Franz Krösslhuber im TV-Sender N24. Nach dem Spiel ist ohnehin der Stress-Pegel sehr hoch. Zu dem Vorfall nach dem Achtelfinal-Rückspiel der Champions League gegen Real Madrid sei es gekommen, als er eine von Kahn abgegebene Probe nicht überwacht habe. Und daher habe ich verlangt, dass eine Probe abgegeben wird, die auch persönlich von mir überwacht wird.
Kahn hatte sich daraufhin lautstark beschwert und war deshalb für das Viertelfinal-Hinspiel beim AC Mailand gesperrt worden. Die UEFA hatte Kahn und den nur zu einer Geldstrafe in Höhe von 6171 Euro verurteilten Abwehrchef Lucio, die beide wegen der lange dauernden Doping-Kontrolle ihren Unmut geäußert haben sollen, wegen Bruchs der grundsätzlichen Regeln des guten Benehmens angeklagt.
Kahn hatte sich zuvor in einer Stellungnahme entschuldigt: Es war nicht okay, wie ich meinen spontanen Frust rausgelassen habe. Es tut mir leid. Mit einer Sperre rechnete Kahn da aber noch nicht: Ich habe jetzt über 100 Champions-League-Spiele gemacht und mir nie etwas zu Schulden kommen lassen. Also gehe ich davon aus, dass ich spiele.
Sollte es tatsächlich bei der Sperre bleiben, würde beim Hinspiel in Mailand Vertreter Michael Rensing das Bayern-Tor hüten. Wir haben mit Rensing einen überragenden Torhüter hinter Kahn, sagte Hitzfeld gelassen. Ich und die Mannschaft haben vollstes Vertrauen in ihn und werden optimistisch nach Mailand fahren.
Doch noch ist es längst nicht so weit: Dass sich eine mögliche Berufung bei der UEFA lohnen kann, hatte der FC Bayern zuvor erfahren. Nach der Sperre für Antreiber Mark van Bommel hatte sich der Rekordmeister zur Wehr gesetzt. Wir sind mehr als verwundert und entsetzt über dieses Urteil, hatte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge gewettert. Am Ende reduzierte die UEFA die Sperre für den Niederländer auf eine Partie, so dass van Bommel im Rückspiel gegen Mailand auflaufen kann.
IN: Deutsches SturmduoFestival beschließt WM-Kampagne Talente 2006Transfermarkt im Winter stagniert - 28 NeueDie Trainer-Karriere der Weltmeister Völler und MatthäusSchalke dominiert beim HSV - Wieder Rot für HSVExtra FußballWechselbad für Scharfschütze SchweinsteigerStaatsanwaltschaft ermittelt gegen Hoyzer-FreundDie Statistik der 2. Bundesliga - 30. SpieltagKöln in Nürnberg wahrscheinlich ohne Podolski1002 |
1403 |
1502 |
1096 |
1474 |
13383 |
13965 |
13683 |
13620 |
13332 |