Hamburg - Vizepräsident Markus Schulz steht dem Fußball-Regionalligisten FC St. Pauli nicht mehr zur Verfügung. Ich erkläre meine Tätigkeit für den FC St. Pauli mit dem heutigen Tag für beendet.
Das verkündete das für Finanzen zuständige Präsidiumsmitglied bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung des Vereins. 1400 Mitglieder waren der Einladung des Präsidiums ins Congress Centrum Hamburg (CCH) gefolgt und wurden Zeugen einer hitzigen Debatte um die Macht im Verein. Wegen des Andrangs konnte die Versammlung erst 30 Minuten später beginnen. In ihren Berichten legten sowohl das Präsidium als auch der Aufsichtsrat ihre gegensätzlichen Ansichten zur Vereinspolitik dar.
Im Gegensatz zur Präsident Corny Littmann, der seinen vor vier Wochen angekündigten Rücktritt vor wenigen Tagen als Irrtum bezeichnet hatte und den Club gern weiter führen möchte, hat Schulz mit dem FC St. Pauli abgeschlossen. Ich tue mir das nicht weiter an, mich für meine intensive Arbeit in der Öffentlichkeit auch noch verhauen zu lassen, sagte Schulz. Littmann überreichte seinem Vize für dessen Verdienst um den Verein eine lebenslange Sitzplatzkarte für die Heimspiele im Millerntorstadion. Der zweite Vizepräsident Klaus Rummelhagen schloss eine weitere Vorstandstätigkeit unter veränderten Bedingungen nicht grundsätzlich aus. Unter diesem Aufsichtsrat will ich nicht weiterarbeiten, sagte er jedoch.
Aus den Berichten der rivalisierenden Gremien ging Littmann als Punktsieger hervor. Ich bin ein Macher. Manche werden mich aus als Dampfwalze empfinden. Wir müssen beim FC St. Pauli keine elf Freunde sein, sagte der Präsident, der sechs Tage zuvor vom Landgericht Hamburg in seinem Amt bestätigt worden war. Littmann räumte jedoch ein: Die Angriffe auf meine Person in letzter Zeit haben mich getroffen.
Aufsichtsratschef Michael Burmester konnte den Mitgliedern die angeblichen Verfehlungen und Satzungsverstöße des Präsidiums nicht plausibel machen. Für den weiteren Verlauf der Versammlung waren neun Anträge auf Abwahl der sieben Aufsichtsratsmitglieder gestellt worden. Ungeachtet des Bekenntnisses von Littmann, seine Arbeit als Präsident fortsetzen zu wollen, wollte der Aufsichtsrat das bereits von ihm eingesetzte kommissarische Präsidium unter der Leitung von Unternehmer Stefan Orth vorstellen. Ein Ende der Versammlung mit konkreten Personalentscheidungen war nicht absehbar.
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