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Bremen verpasst Spitze: Energie ermauert 0:0 | 2007-03-31


Cottbus - Trotz drückender Überlegenheit hat Werder Bremen in Cottbus zwei wichtige Punkte im Meisterrennen verschenkt und damit die Rückkehr an die Tabellenspitze verpasst.

Der viermalige deutsche Meister kam am 27. Spieltag der Fußball-Bundesliga nicht über ein 0:0 bei Neuling Energie Cottbus hinaus. Wir haben bis zum Sechzehner fast alles richtig gemacht, aber es fehlte das Salz in der Suppe: Die Tore, erklärte ein enttäuschter Werder-Coach Thomas Schaaf. Sein Team bleibt mit 51 Punkten hinter Schalke 04 (53) auf Rang zwei. Es wird jetzt weiter ein Vierkampf, prophezeite Manager Klaus Allofs für die Saison-Endphase mit Hinweis auf die Bayern und Stuttgart.

Die extrem defensiv eingestellten Lausitzer machten mit ihrem 32. Saisonpunkt einen weiteren kleinen Schritt Richtung Klassenverbleib. Es war für uns ein gefühlter Sieg, erklärte Coach Petrick Sander und freute sich über die starke Abwehrleistung seines Teams. So richtig zugelassen haben wir kaum etwas, das ist schon erstaunlich. Darauf kann die Mannschaft stolz sein, ergänzte Sander.

Die Gäste dominierten von Beginn an die Partie, am Ende standen 73 Prozent Ballbesitz, 22:8 Torschüsse, 18:7 Flanken - aber kein Tor. Das ist ärgerlich, wir haben uns schon im Hinspiel schwer getan, kommentierte der erneut glücklose Miroslav Klose, der nun in 952 Pflichtspiel-Minuten nacheinander nicht mehr getroffen hat.

Die Lausitzer unternahmen vor 20 344 Fans wenig Initiative, das Spiel selbst zu gestalten. Nicht nur die neon-orangen Trikots, mit denen Energie die beiden vorangegangenen Spiele in Dortmund (3:2) und in Berlin (1:0) gewonnen hatte, demonstrierten die Ausrichtung wie in einem Auswärtsspiel: Fast die komplette Mannschaft stellte erst 30 Meter vor dem eigenen Tor einen Doppelriegel auf, machte so den Platz für die Techniker um den ständig bemühten Diego immer wieder extrem eng. Man kann sich darüber ärgern, für die Zuschauer ist es nicht gerade attraktiv, aber am Ende zählen die Punkte, bemerkte Allofs.

So blieben Tormöglichkeiten der Bremer trotz klarster Überlegenheit Mangelware. Nur nach einem schweren Patzer von Energie-Schlussmann Tomislav Piplica, der einen eher schwachen Freistoß von Womé direkt vor dem Füße von Klose abklatschte, eröffnete sich Werder die riesen Führungs-Chance vor der Pause (17.). Doch statt direkt zu schießen, legte der Nationalstürmer die Kugel ab auf dem im Abseits stehenden Angriffs-Partner Aaron Hunt. Zudem landete gleich ein halbes Dutzend bester Freistoß-Chancen der Gäste entweder in der Mauer oder im Cottbuser Nachmittags-Himmel.

Cottbus, wieder mit den von einem Syndesmoseband-Riss genesenen Igor Mitreski, dafür ohne den gesperrten Zoltan Szelesi, änderte auch im zweiten Abschnitt nichts an der Beton-Taktik. Piplica, der trotz des überragenden Leistung von Stellvertreter Gerhard Tremmel zuletzt in Berlin in die Startelf zurück kehrte, entschärfte in seinem 100. Bundesliga-Spiel die Versuche von Klose (47.), Daniel Jensen (49.) und nochmals vom später ausgewechselten Klose (73.). Kleiner Wermutstropfen: Mit Mitreski und Kevin McKenna (beide 5. Gelbe Karte) fehlt Energie am Samstag in Frankfurt die starke Innenverteidigung.


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