Nürnberg - Die eigenen UEFA-Cup-Ambitionen untermauert, den Absturz des Konkurrenten beschleunigt: Nach dem Ende der schwarzen Serie von vier Spielen ohne Sieg blühen beim Fußball-Bundesligisten 1. FC Nürnberg die Europa-Träume wieder in den schönsten Farben.
Wir haben zwei Möglichkeiten, nächstes Jahr international zu spielen. Und eine der beiden Möglichkeiten wollen wir nutzen, beschrieb Marco Engelhardt das Frühlingshoch der auch noch im DFB-Pokal vertretenen Franken nach dem 2:1 (1:0) gegen den einstigen UEFA-Cup-Anwärter Hertha BSC.
Winterstarre herrschte nach der vierten Pleite in Serie bei den Berlinern. Brav, bieder und belanglos präsentierten sich die auswärtsschwachen Gäste, die sich von ihren Europa-Zielen wohl endgültig verabschieden und sogar nach unten orientieren müssen. Wir sind höllisch unter Druck, sagte der ratlos wirkende Trainer Falko Götz. Manager Dieter Hoeneß nahm angesichts des nicht enden wollenden Abwärtsstrudels und nur fünf Punkten Abstand auf die Abstiegsplätze sogar das Unwort in den Mund. Wenn man sieben Spiele hintereinander nicht gewonnen hat, muss man sich nicht wundern, wenn man plötzlich über Abstiegsplätze reden muss.
Gegen Abstiegskandidaten hatte sich das Team von Trainer Hans Meyer zuletzt schwer getan, gegen den vermeintlichen Konkurrenten im Kampf um einen UEFA-Cup-Platz hatten die Franken lange Zeit leicht und locker alle Vorteile auf ihrer Seite. Nach dem Auftakt nach Maß durch den Treffer von Tomas Galasek (3. Minute) spielten in der ersten Halbzeit nur die Hausherren. Nur mit viel Glück und einem guten Christian Fiedler im Hertha-Kasten blieben die Gäste bis zur Pause im Rennen. Die erste Hälfte haben wir komplett verschlafen, schimpfte Trainer Götz.
Nach dem Wechsel legten die Herthaner zu, doch Engelhardt sorgte mit seinem ersten Heimtor für die Vorentscheidung (60.). Zwar konnten die Gäste ihre erste echte Torchance nutzen und durch Christian Giménez (69.) verkürzen, am Ende brachten die Hausherren den wichtigen Dreier im Kampf um einen UEFA-Cup-Platz verdient nach Hause. Wir haben erst 35 Minuten vor Schluss mit dem Fußballspielen begonnen, haderte Götz mit der ängstlichen Vorstellung seines Teams.
Dank seiner reifen Vorstellung konnte der Club einen Verfolger abschütteln und mächtig Selbstvertrauen für den aussichtsreichen Saisonendspurt sammeln. Über so einen Sieg nach 14 ungewissen Tagen bin ich richtig froh, schwärmte Trainer Meyer - und ließ den Gefühlen seiner Profis freien Lauf. Die neuen Ziele meiner Spieler werde ich ihnen nicht nehmen. Aber Ziele dürfen nicht hemmen.
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