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MV rechnet mit Lösung bei TV-Rechten für EM | 2007-06-08


Jungfraujoch/Schweiz - Beim Prominentenspiel auf dem Jungfraujoch in 3454 Metern Höhe verdeckten Nebelschwaden zeitweise die imposante Schweizer Bergkulisse, doch in genau einem Jahr sollen die deutschen Fußballfans am Fernseher den Durchblick haben.

Gerhard Mayer-Vorfelder rechnet mit einer schnellen Lösung bei den immer noch ungeklärten TV-Rechten für die Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz. Es wäre unvorstellbar, wenn in Nachbarländern die EM stattfindet und Deutschland überträgt nicht. Es werden sich halt beide Seiten aufeinander zu bewegen müssen, sagte der UEFA-Vizepräsident der dpa auf dem Schweizer Jungfraujoch. Ein Jahr vor der EURO sucht die mit der Vergabe der Rechte beauftragte Agentur Sportfive noch einen Abnehmer für die deutschen TV-Rechte, die etwa 160 Millionen Euro bringen sollen.

Im Einlagespiel über 2 x 5 Minuten im ewigen Eis trennten sich die von dem Schweizer Nationaltrainer Köbi Kuhn und dessen österreichischem Kollegen Josef Hickersberger betreuten Promi-Teams 5:5. So bleiben wir beide über 3000 Meter Höhe unbesiegt, meinte Kuhn. Ohne deutsche Beteiligung trafen der Ex-Dortmunder Stephane Chapuisat und der Däne Michael Laudrup je zwei Mal. In dünner Luft kämpften die Altstars trotz des überschaubaren Kunstrasenteppichs von 15x30 m mit ihrer Puste. Ich krieg ja schon auf Seehöhe keine Luft, meinte der ehemalige Bundesliga-Profi Andreas Herzog schmunzelnd.

Österreichs in der Kritik stehender Bundestrainer Hickersberger erhielt trotz schwacher Resultate Rückendeckung von höchster Stelle. Es wäre eine Katastrophe, wenn wir jetzt schon in Höchstform wären. Der Pepi wird das schon machen, sagte Österreichs Bundeskanzler Alfred Gusenbauer und schob schmunzelnd hinterher: Wir Österreicher leiden manchmal an unserem eigenen Selbstmitleid. Optimistischer kann der Schweizer Nationaltrainer Kuhn seinen Blick auf die EM vom 7. bis 29. Juni 2008 richten. Ich habe gesagt, dass wir Europameister werden wollen und dazu stehe ich.

Erstmals bei einer Fußball-EM ist die Zugfahrkarte im Eintrittspreis enthalten. Ticketinhaber der EURO werden 36 Stunden lang das Angebot des Nah- sowie Fernverkehrs nutzen können. Das Kombiticket ist eine Weltpremiere, sagte der Schweizer Bundesrat Samuel Schmid. Gültig ist dieses Kombiticket am Spieltag sowie bis 12 Uhr am Folgetag. Die Veranstalter hoffen, 60 Prozent des Fernverkehrs sowie 80 Prozent des Nahverkehrs über öffentliche Verkehrsmittel abzuwickeln. Das lassen sich beide Länder je 2,4 Millionen Euro kosten. Allein in der Schweiz werden 400 zusätzliche Züge eingesetzt.

Die EM sei eine einmalige Chance, betonten Schmid und Gusenbauer. Gerhard Mayer-Vorfelder meinte: Das wird eine exzellente EM. Alles wird klappen, weil beide so gut organisieren können wie die Deutschen. Ich hoffe, es wird ein ähnliches Fest wie die WM vor einem Jahr. Dazu soll auch ein ausgedehntes Public Viewing sorgen. In der Schweiz wird es in 17 Städten Leinwände für bis zu 10 000 Fans geben. Die österreichischen Planungen stehen noch nicht fest.


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