Hamburg - Ausgerechnet Mehdi Mahdavikia hat beim 1:0 (0:0)-Sieg des Hamburger SV gegen den VfL Wolfsburg für den erhofften Befreiungsschlag im Bundesliga-Abstiegskampf gesorgt.
Mit seinem Treffer in der 60. Minute machte der von Wolfsburg umworbene Iraner den ebenso wertvollen wie verdienten Erfolg des HSV perfekt, der sich dank seines sechsten Saisonsieges an den punktgleichen Wölfen (beide 32 Zähler) vorbei auf den zehnten Tabellenrang verbesserte. Vor 57 000 Besuchern in der ausverkauften AOL-Arena beschenkten die Hanseaten zugleich ihren Trainer Huub Stevens, der wegen der Erkrankung seiner Frau erst am Vortag aus Rotterdam zurückgekehrt war, um seinen Club in diesem wichtigen Match zu betreuen, mit dessen 100. Bundesliga-Sieg.
Es war egal, wie wir heute gewinnen, wichtig waren die drei Punkte. Wir haben eine super erste Halbzeit gespielt, lobte Stevens sein Team, das nun das beste der Rückrunde ist. Dennoch warnte er vor Euphorie. Wir sind nur drei Punkte vom Abstieg entfernt. VfL- Kapitän Kevin Hofland war nach dem Rückschlag selbstkritisch bei der Beurteilung der eigenen Leistung: Wir waren viel zu passiv und haben erst mit dem Fußballspielen angefangen, als wir in Rückstand geraten waren. Das war zu wenig. Und Trainer Klaus Augenthaler monierte die Einstellung seiner Profis: Mit 70, 80 Prozent geht es in der Bundesliga nicht. Ich hoffe, es war eine Niederlage zur rechten Zeit und wir lernen daraus.
Stevens konnte seinen Spielmacher Rafael van der Vaart einsetzen, der wegen seiner Wadenblessur erst nach einem Belastungstest vor der Partie Grünes Licht für sein Mitwirken gab. Neben ihm kam Youngster Änis Ben-Hatira an Stelle von Alexander Laas zu seinem ersten Erstliga-Einsatz von Beginn an. Die Hausherren dominierten gegen die ganz auf Defensive eingestellten Wölfe sofort die Partie. Bastian Reinhardt (8.) und Mahdavikia (10.) boten sich erste gute Chancen.
In der Folge sorgte dann vor allem van der Vaart für Gefahr. Erst zielte der Kapitän knapp neben das Gehäuse (15.), dann traf er mit einem gefühlvollen Heber lediglich die Latte (23.) und prüfte danach Schlussmann Simon Jentzsch per Freistoß (32.). Die Gäste, die nach dem Ausfall des am Knie verletzten Nationalspielers Mike Hanke mit Diego Klimowicz als einziger Sturmspitze agierten, verschliefen die ersten 45 Minuten und brachten ihren am Spielfeldrand schimpfenden Augenthaler schier zur Verzweiflung. Denn sein Team kam vor der Pause nicht einmal gefährlich vor das Tor von Frank Rost. Das lag auch daran, dass Nigel de Jong VfL-Spielmacher Marcelinho gut beschattete.
Der Gäste-Coach reagierte darauf und brachte nach Wiederanpfiff Isaac Boakye als zweiten Stürmer in die Partie. Zunächst aber setzte sich erneut der agile van der Vaart in Szene, als er aus Nahdistanz lediglich den Pfosten (49.) traf. Auf der Gegenseite sorgte Jonathan Santana (54.) bei der ersten VfL-Chance für eine Schrecksekunde, denn der von Thimothee Atouba abgefälschte Schuss klatschte an die Latte. Nach van der Vaarts Hackentrick hätte schon der dadurch freigespielte David Jarolim frei vor Jentzsch für das Siegtor sorgen müssen, doch der auf der VfL-Einkaufsliste stehende Mahdavikia machte es im Nachschuss besser. Der erst in der Schlussphase doch noch unter Druck geratene HSV blieb somit zum siebten Mal in Serie unbesiegt.
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