Hamburg - Ein kleiner Luftsprung und ein kurzes Lachen - dann war Huub Stevens wieder ganz ernst. Weder vor noch nach dem wichtigen 1:0-Sieg über den Tabellennachbarn VfL Wolfsburg wollte er Einzel-Interviews geben.
Man braucht nicht für mich zu spielen, man spielt für den HSV, sagte der Coach des Tabellenzehnten Hamburger SV. Auch bei der Pressekonferenz gab er ausschließlich Auskunft über sportliche Belange des besten Rückrundenteams der Fußball-Bundesliga. Die schwere Darmkrankheit seiner Frau Toos soll privat bleiben - und doch sprachen alle darüber und fühlten mit ihm.
Er kann beruhigt nach Hause fahren, gab Torhüter Frank Rost dem Niederländer mit auf den Weg ans Krankenbett. Bereits am Sonntagabend saß der 53-Jährige wieder im Privatflieger in die Heimat. Wir drücken ganz doll die Daumen, dass es bald besser geht, sagte Bastian Reinhardt. Und Kapitän Rafael van der Vaart, der mit einem Hackentrick das 1:0 von Mehdi Mahdavikia in der 60. Minute vorbereitet hatte, meinte sogar: Wir haben für die ganze Familie gespielt.
Allein der Kurz-Tripp nach Hamburg habe gezeigt, wie sehr sich Stevens mit der Aufgabe beim HSV identifiziere, führte der Vorstandsvorsitzende Bernd Hoffmann an und gab ihm weiter alle Freiheiten. Er muss abwägen, inwiefern er uns zur Verfügung stehen kann. Erneut wird nun Co-Trainer Markus Schupp die Fäden in der Hand halten und täglich mit Stevens mehrmals telefonieren.
Allerdings waren zuletzt auch 16 Nationalspieler auf Länderspiel-Reise, ein normales Trainingsprogramm fand gar nicht statt. Vor dem erneuten Heimspiel gegen den VfB Stuttgart wird sich zeigen, ob die Profis weiterhin ohne ihren Cheftrainer, unter dem sie 18 Punkte aus sieben Spielen holten, auskommen können.
Seine Ansprachen, die sich seit seinem Arbeitsbeginn am 3. Februar viel um Disziplin und Ordnung drehten, scheinen bei den Spielern genau den richtigen Nerv getroffen zu haben. Mit dem anti-autoritären Stil des Vorgängers Thomas Doll, der auf die Eigenverantwortung seiner Jungs setzte, kam mancher gar nicht klar.
Interessant wird sein, ob die Mannschaft ihre Lektion gelernt hat und auch ohne Taktgeber Stevens, dessen Rückkehr noch ungewiss ist, die nötigen Überstunden im Abstiegskampf durchzieht. Der Sprung auf Platz zehn ist zwar psychologisch wichtig, ein Ruhekissen aber noch lange nicht. Wir sind nur drei Punkte von den Abstiegsrängen entfernt, das wissen auch die Jungs, warnte Stevens.
Den gefürchteten Schlendrian machte dagegen der gefrustete Gäste- Trainer Klaus Augenthaler bei seinem Team aus. Er musste zusehen, wie Starspieler Marcelinho und Co. nur reagierten, statt selbst das Spiel zu machen. Ganz sicher gefallen hat ihm der Auftritt von HSV-Großverdiener Mahdavikia, der seit acht Jahren in der Hansestadt stets zu großer Form aufläuft, wenn es um Vertragsverhandlungen geht. Wir beobachten ihn, sagte Augenthaler. Der Iraner selbst will an der Elbe bleiben und die Führung doch noch von seinem Wert überzeugen.
Torwartfrage bewegt auch andere NationenHuth und Nando Rafael im U-21-AufgebotStatistik der 2. Bundesliga - 24. SpieltagSteuer-Vorwürfe: Göteborger Klubchef tritt zurückSchweden baut auf sichere ElfmeterschützenWolfsburg blamiert sich in Nürnberg: 0:4-PleiteRotation auf den TrainerbänkenPortugal startet mit 1:0 gegen Angola in WMZitate-Sammlung von und über Franz BeckenbauerEngländer festgenommen: Handel mit falschen Tickets1954 |
1557 |
1070 |
1355 |
1438 |
13588 |
13172 |
13678 |
13535 |
13622 |