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Die deutschen Gruppen-Gegner im Porträt | 2007-09-07


Hamburg - Bei der Fußball-Weltmeisterschaft in China trifft die DFB-Auswahl in der Gruppe A auf drei gegnerische Teams. Die deutsche Presse-Agentur hat die Mannschaften porträtiert.

ARGENTINIEN

(Weltranglisten-Platz 29) 2. WM-Teilnahme nach 2003

Trainer: Der 51-jährige Jose Carlos Borello hat eine steile Karriere hinter sich. Einst begann er als Coach in seinem kleinen Heimatort San Martin de Burzaco nahe Buenos Aires. Dort trainierte sein Vater das Frauen-Team. Carlos half ihm, machte gute Arbeit und wurde später vom Argentinischen Fußball-Verband (AFA) entdeckt. 1998 wurde Borello Assistent von Frauen-Cheftrainer Carlos Torres. Noch im selben Jahr übernahm Borello die Verantwortung für alle weiblichen AFA-Teams.

Mannschaft: Diverse Trainingslager und zwei Wettkampfblöcke kennzeichnen Argentiniens WM-Vorbereitung. Im Frühjahr nahm das Team am Alabama-Soccer Festival in den USA teil, im Juli an den Panamerikanischen Spielen in Rio de Janeiro. Das Selbstbewusstsein ist enorm gestiegen, seit die Albiceleste in der WM-Qualifikation Brasilien schlug und erstmals den Südamerika-Titel gewann. Der Abstand zu Brasilien ist ein bisschen kleiner geworden, so Trainer Borello. Manko der Elf ist aber oft die mangelnde Durchschlagskraft.

Star: Maria Belen Potassa ist erst 17 Jahre alt, verkörpert aber den großen Ehrgeiz der Auswahl. Sie ist die torgefährlichste Spielerin in der Elf, die nach der WM 2003 umgekrempelt wurde. Als schnell und torhungrig bezeichnet Borello sein Super-Talent, das aus einem kleinen Dorf in der Provinz Santa Fe stammt. Maria Belen wuchs mit dem Fußball auf. Einst lief sie bei Spielen ihres Bruders Cristian mit aufs Feld. Dann spielte sie selbst für Unventud Unide de Canada, heute für Rosario in Buenos Aires.

Deutsche Bilanz gegen Argentinien: 1 Sieg

ENGLAND

(Weltranglisten-Platz 12) 1. WM-Teilnahme

Trainerin: Hope Powell (41) ist schon seit 1998 Cheftrainerin. Ihr Team führte sie zum ersten Mal zu einer WM. Einst war Powell für die Millwall Lionesses, FC Fulham und Croydon LFC aktiv. Sie gewann mehrere Clubtitel und absolvierte 66 Länderspiele (35 Tore). Ihr sind sämtliche weiblichen Nationalteams der Insel untergeordnet. Powell wurde von der Königin mit dem Order of the British Empire ausgezeichnet. Ihr Ziel ist es, mit England zumindest die Vorrunde zu überstehen. Die WM-Favoriten sind für sie: Deutschland und die USA.

Mannschaft: England gehört zu den aufstrebenden Nationen. Obwohl dort das erste offizielle Frauen-Länderspiel schon 1895 stattfand, kam der Durchbruch erst mit der EM 2005 im eigenen Land. Seitdem herrscht neben Engagement auch Euphorie. In der WM-Qualifikation schalteten die Three Lions überraschend die höher eingeschätzten Französinnen aus. Die Stärken des altersmäßig gut gemischten Teams liegen in der Offensive. Vor allem auf Stürmerin Kelly Smith ruhen die Hoffnungen. Mitunter zeigt die Elf dagegen größere Abwehrschwächen. Der letzte Test bei der WM-Anreise ging in Macau mit 0:1 gegen China verloren.

Star: Mit 27 Jahren hat Rachel Yankey die meisten Länderspiele in Englands WM-Kader absolviert. In 71 Partien seit 1997 gelangen ihr 11 Tore. Die Angreiferin verfügt über eine große Fitness und ist ein ständiger Unruheherd für jede Abwehr. Yankey spielt für den Jens- Lehmann-Club FC Arsenal. Mit den Londonern wurde sie Meister, Pokalsieger, Ligacup-Gewinner und UEFA-Cup-Sieger. 2005 war Yankey in ihrer Heimat Fußballerin des Jahres und wurde von Queen Elisabeth geehrt.

Deutsche Bilanz gegen England: 15 Siege, 1 Unentschieden

JAPAN

(Weltranglisten-Platz 10) 5. WM-Teilnahme nach 1991, 1995, 1999, 2003

Trainer: Hiroshi Ohashi ist der Intellektuelle unter den WM-Coaches. Am Sportinstitut von Osaka graduiert wurde er Lehrer an der Highschool. Erste Trainerstation war 1982 ein Universitätsteam in der Provinz Mie. Der 47-Jährige steht für Durchsetzungsvermögen, Teamwork und taktische Flexibilität. Der frühere Trainer-Ausbilder des Japanischen Verbandes (JFA) übernahm 2004 das Frauenteam und genießt großes Vertrauen. Zuvor war er in Singapur für Albirex Niigata tätig.

Mannschaft: Bei jeder WM dabei, aber nie wirklich erfolgreich. Auch 2007 spielen die Nadeshiko (Name einer rosafarbenen Wildnelke) wieder im Konzert der Großen mit. Allerdings qualifizierte sich Japan wie 2003 erst durch die Playoffs gegen Mexiko für China. Wie viele Asiaten versuchen die kleinen Japanerinnen ihre körperliche Unterlegenheit durch Geschicklichkeit und Schnelligkeit auszugleichen. Doch die Elf hat Zweikampf- und Abschlussschwächen. Im letzten WM-Test in Tokio erreichte Japan ein 0:0 gegen Kanada.

Star: Homare Sawa ist 29 Jahre alt, in Tokio geboren und eine Ikone. Schon seit ihrem 12. Lebensjahr spielt sie in der Nationalliga bei Beleza, mit Ausnahme ihrer Zeit in der US-Profiliga (WUSA), wo sie für Colorado Rush und Atlanta Beat kickte. Schon mit 15 Jahren wurde sie Nationalspielerin und ist jetzt Spielführerin der Nippon-Auswahl. Sawas 127 Länderspiele sind ebenso Rekord in Japan wie ihre 62 Tore. Sie ist im Mittelfeld als Führungsspielerin unverzichtbar.

Deutsche Bilanz gegen Japan: 5 Siege


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