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Höchste Alarmstufe in Mönchengladbach | 2007-02-18


Dortmund - Beim Altmeister Borussia Mönchengladbach herrscht Alarmstufe Rot. Mit dem 0:1 (0:1) in Dortmund hat sich die ohnehin bedenkliche Ausgangslage weiter verschlechtert.

Nicht nur die historische Torflaute, sondern auch der überraschende Erfolg einiger Mitkonkurrenten im Abstiegskampf gab zu denken. Die Angst vor dem zweiten Bundesliga-Abstieg nach 1999 stand Sportdirektor Peter Pander ins Gesicht geschrieben: Das schärft die Sinne. Nun ist jedem klar, worum es geht. Wir stehen mit dem Rücken zur Wand, von nun an haben wir nur noch Endspiele.

Der Treffer des Tages von BVB-Angreifer Alexander Frei (19.) beförderte Mönchengladbach in tiefste Tabellenregionen und sorgte für die erste Niederlage unter der Regie des neuen Cheftrainers Jos Luhukay. Ich hoffe, dass wir jetzt nicht auseinander brechen, sagte Mittelfeldspieler Peer Kluge mit sorgenvollem Blick auf das Heimspiel gegen Werder Bremen.

Doch eine Trendwende ist weit und breit nicht Sicht. Die Indizien verheißen nichts Gutes: Kein Team gewann in der Fremde weniger Punkte und schoss im bisherigen Saisonverlauf weniger Tore. Nur 16 Treffer in 22 Bundesliga-Spielen gab es in der Vereinshistorie noch nie. Zudem scheint der nach der Trennung von Fußball-Lehrer Jupp Heynckes erhoffte positive Effekt bereits verpufft zu sein.

Anders als beim erfolgreichen Luhukay-Debüt vor zwei Wochen in Bielefeld präsentierte sich die Mannschaft vor 73 600 Zuschauern im Signal Iduna Park gewohnt auswärtsschwach. Zwar hielt sie die Partie bis zum Schlusspfiff offen, ließ aber die letzte Entschlossenheit vermissen. Zum Verdruss des Sportdirektors: Für eine gute B-Note gibt es keine Punkte. Wir müssen an einer besseren A-Note arbeiten.

Die Kunde vom HSV-Sieg in Bremen und dem Erfolg der Mainzer in Berlin vergrößerten Panders Frust: Das war wirklich kein Spieltag für uns. Inständig sehnt er das Comeback des an den Adduktoren operierten Angreifers Oliver Neuville herbei, der die Angriffsmisere beheben könnte. Unentschieden helfen uns jetzt nicht mehr weiter. Was wir brauchen sind Siege - und zwar zeitnah, befand der Sportdirektor.

Große Erleichterung herrschte dagegen beim BVB. Dank des ersten Erfolgs nach zuletzt drei Niederlagen verstummte das Gerede von einem drohenden Abstiegskampf. Die Maßnahme von Trainer Jürgen Röber, der sein Team in der Sportschule Kaiserau auf das 72. Borussen-Duell vorbereitet hatte, machte sich bezahlt. Darüber hinaus trug eine wenige Tage vor der Partie von der Fan-Abteilung initiierte Aussprache zwischen Profis und Anhängern zum vierten BVB-Heimsieg bei. Die Mannschaft hat die richtige Reaktion gezeigt und verdient gewonnen, lobte Röber.

Dennoch ist die Verunsicherung im Team noch lange nicht gewichen. Nur mit Mühe und Not rettete der BVB die Führung über die Zeit, weil die Chancen zum 2:0 nicht genutzt wurden. Nicht zuletzt deshalb warnte Manndecker Christoph Metzelder vor einer allzu positiven Sicht der Dinge: Wir dürfen uns nichts vormachen. Dieses Spiel spiegelt unseren Tabellenrang wider.


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