Karlsruhe - Die Aufstiegsfeier ist geplant, der Champagner bereits kalt gestellt: Zweitliga-Spitzenreiter Karlsruher ist sieben Spieltage vor Saisonschluss auf die Zielgerade zur Fußball-Bundesliga eingebogen.
Angesichts von zwölf Punkten Vorsprung auf den vierten Tabellenplatz werden die Badener nach acht Jahren wohl wieder erstklassig. Die Planungen für die nächste Saison geraten zum Sparprogramm: Mit einem Etat in Höhe von nur 13 Millionen Euro will der KSC das Unternehmen Klassenerhalt angehen. Wir müssen es eben über die Mannschaftsleistung machen, erklärt Trainer Edmund Becker.
Der 50-Jährige hatte den sportlichen Aufschwung des einst fast Pleite gegangenen Vereins möglich gemacht. Trotz seines mahnenden Zeigefingers rechnet in Region niemand mehr damit, dass der KSC noch scheitert. Die Stadt Karlsruhe hat Aufstiegsfeier und Empfang am 20. Mai auf dem Marktplatz geplant, der Verein selbst will nach dem Derby gegen den SC Freiburg eine Woche vorher eine spontane Party veranstalten.
Mit Christopher Reinhardt (Eintracht Frankfurt) und Stefan Buck (1860 München) hat der Verein bislang keine großen Namen verpflichtet. Dass soll sich nach dem Willen der Verantwortlichen auch nicht ändern. Wir waren auch schon in der zweiten Liga gute Sparer, sagt Manager Rolf Dohmen. Die Antwort auf die Frage, wie der Verlust von Torjäger Giovanni Federico (ablösefrei zu Borussia Dortmund) kompensiert werden soll, blieben er und Becker bislang jedoch schuldig.
Im Vergleich zu den glorreichen UEFA-Cup-Jahren unter Trainer Winfried Schäfer hat sich der Verein grundlegend geändert. Angesichts des finanziellen Drucks wurden die Strukturen verschlankt. Exemplarisch für die Wandlung ist auch Entwicklung seines Maskottchens: Zu Schäfers Zeiten symbolisierte der Fuchs Swinnie, dessen Fellfarbe verdächtig dem Haar des damaligen Trainers ähnelte, den durch die clevere Ein- und Verkaufspolitik gestützten Aufstieg der Karlsruher. Nun zeigt ausgerechnet die Wildsau Willi Wildpark, was die Badener nach ihrem Fall in bis in die Regionalliga gelernt haben: kämpfen - und zur Not den Platz durchwühlen.
Trainer Becker zeigte zudem das außerordentliche Talent, als gescheitert geltende Fußballprofis wieder glänzen zu lassen: Die früheren Bundesliga-Spieler Godfried Aduobe, Bradley Carnell, Giovanni Federico und Maik Franz entwickelten sich zu Führungsspielern. Zusammen mit den Talenten aus der eigenen Jugend machen sie die Mischung einer Mannschaft aus, die in dieser Saison nur 4 von 27 Spielen verloren hat.
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