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Frings bereitet Wechsel zu Juve vor | 2007-04-05


Bremen - In Bremen sind sie von Torsten Frings klare Worte gewohnt. Doch die Aussagen des Fußball-Nationalspielers über einem Wechsel zu Juventus Turin haben den SV Werder trotzdem überrascht, weil der Sinneswandel überraschend kam.

Es wäre mein letzter großer Vertrag, sagte der 30 Jahre alte Profi und wählte damit eine jener Formulierungen die in der Fußballszene ein sicheres Zeichen für bevorstehende Transfers sind. Da auch Miroslav Klose mit einem Wechsel zu einem europäischen Topclub liebäugelt, droht Werders Erfolgsteam auseinander zu brechen.

Die Werder-Verantwortlichen versuchen, dennoch Gelassenheit zu demonstrieren. Für sie ist der Verlust von Topspielern eine leidige Gewohnheit. Wir werden niemanden anketten, sagte Manager Klaus Allofs und verwies darauf, dass der Club schon häufiger seine Leistungsträger ersetzt hat. Torjäger Ailton, Nationalspieler Fabian Ernst sowie die Abwehrspezialisten Mladen Krstajic und Valerien Ismael und vor dieser Saison Spielmacher Johan Micoud sind die jüngsten Beispiele dafür. Bei Frings und bei Klose wären zumindest hohe Ablösesummen zu erwarten, denn beide besitzen noch laufende Verträge.

Während Klose bereits seit mehreren Monaten mit einem Transfer liebäugelt und im Trainingslager die Alternativen auf vier bis fünf europäische Spitzenclubs eingeschränkt hatte, kommt Frings Ansinnen unerwartet. Vor Monaten hatte er Klose von einem Wechsel abgeraten und selber angekündigt, seine Karriere nur bei Werder oder seinem Stammverein Alemannia Aachen beenden zu wollen. Zwar gab es danach wiederholt Gerüchte über das Turiner Interesse, doch noch vor zweieinhalb Wochen hatte der Mittelfeldspieler versichert: Das ist ein Witz. Da ist überhaupt nichts dran. In italienischen Zeitungen wird halt viel geschrieben.

Jetzt sagte Frings das, was Profis gerne sagen, wenn es im Ausland mehr Geld zu verdienen gibt. Für meine persönliche Entwicklung wäre ein Wechsel ins Ausland gut. Das Gesamtpaket stimmt. Und: Es ist eine besondere Motivation, sich in einem anderen Land zu beweisen. Neben dem Angebot von Juventus Turin, wo er seinen ehemaligen Bayern- Mitspieler Hasan Salihamidzic treffen würden, hat Frings nach eigenen Angaben auch Offerten aus England.

Es scheint nur noch eine Frage der Ablöse. Wenn ich gehen sollte, würde Werder viel Geld für mich bekommen, argumentierte Frings. Ich hoffe, dass der Verein mir keine Steine in den Weg legen würde. Dass ein Wechsel nicht immer ein Glück ist, hat Frings allerdings auch schon erfahren. Für die Bayern hat er eine Saison gespielt, wurde in München aber ebenso wenig glücklich wie bei seinem zweijährigen Aufenthalt in Dortmund. Erst seit der Rückkehr 2005 nach Bremen, wo er bereits zwischen 1997 und 2002 gespielt hatte, ruft Frings sein volles Leistungspotenzial ab.

Für Werder geht es nun darum, trotz des Wirbels Ruhe zu bewahren. Das ist ja nichts Neues, das gab es schon, zum Beispiel bei Ailton und Krstajic, sagte Trainer Thomas Schaaf. Mit Blick auf den Bundesliga-Endspurt und die Spiele im UEFA-Cup meint der Coach: Das ist keine Belastung.


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