London - Michael Ballack gibt seinen Traum vom Champions-League-Sieg mit dem FC Chelsea nicht auf. Doch sein unter immer größerem Druck stehende Trainer José Mourinho hat sich nach dem ernüchternden 1:1 gegen den FC Valencia schon ein Ersatzprogramm zurecht gelegt.
Wenn wir uns nicht für das Halbfinale qualifizieren, gehe ich mit meinen Kindern zum Catchen, kündigte der Checoach des englischen Meisters nach dem Viertelfinal-Hinspiel trotzig an. Ein erneutes vorzeitiges Aus in Europas Fußball-Königsklasse hätte für das künftige Familienprogramm des Portugiesen wohl weiter reichende Konsequenzen. Die Entlassung Mourinhos an der Stamford Bridge gilt für diesen Fall als ausgemachte Sache.
Zum dritten Mal in Serie droht das Londoner Starensemble seine hochgesteckten europäischen Ziele unter Mourinho zu verfehlen. Der gegen Valencia gut agierende Ballack wollte von Katerstimmung beim Nobelclub aber nichts wissen. Die Ausgangslage ist sicherlich nicht gut, aber wir bleiben optimistisch. Wir können es noch schaffen. Wir können auch auswärts gewinnen, sagte der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft. Gegen die taktisch clever agierenden Spanier fand Chelsea trotz hoher individueller Klasse aber auch vor eigenem Publikum kein geeignetes Mittel. Das Resultat ist korrekt. Es war kein fantastisches Spiel, gestand Mourinho.
Mit Unmut dürfte Clubeigner Roman Abramowitsch registriert haben, dass sich seine dreistelligen Millioneninvestitionen auf europäischer Ebene einfach nicht auszahlen. Zum Hoffnungsschimmer für die Blues wurde das Ausgleichstor durch Didier Drogba - der 30. Saisontreffer des Stürmers von der Elfenbeinküste. Diese Marke hatte beim FC Chelsea zuletzt Kerry Dixon vor 22 Jahren erreicht. Auch Mourinho fand nach der ersten Ernüchterung zu Kampfgeist und seiner bekannten Strategie der verbalen Nadelstiche zurück. Vielleicht denkt jeder, die wären im Vorteil. Aber ich würde mich an deren Stelle nicht sicher fühlen.
Auch Chelseas Liga-Rivale Manchester United muss sich nach dem 1:2 beim AS Rom im Rückspiel im heimischen Old Trafford deutlich steigern - präsentierte sich zunächst aber als schlechter Verlierer. Trainer Alex Ferguson suchte nach der dürftigen Leistung seines Teams in einem von Fan-Ausschreitungen überschatteten Spiel die Ursache für die Niederlage beim deutschen Schiedsrichter Herbert Fandel. Wenn man berücksichtigt, dass wir mit zehn Mann meistens gegen zwölf Mann gespielt haben, war es ein gutes Resultat, sagte Ferguson. Fandel zeigte jedoch eine gute Leistung und lag auch beim Platzverweis für Manchesters Paul Scholes richtig. Offenbar hat Ferguson schlechte Erinnerungen an Fandel, der 2004 und 2005 Schiedsrichter beim jeweiligen Champions-League-Aus der Red Devils gewesen war.
Einziger Grund zur Freude für Ferguson war somit der Treffer von Wayne Rooney. Der zuletzt für seine schlechten internationalen Auftritte gescholtene Jungstar erzielte sein erstes Champions-League-Tor seit fast drei Jahren und seinen ersten Treffer außerhalb Englands seit der EM 2004. Trotz der Rom-Tore durch Rodrigo Taddei und Mirko Vucinic hat Manchester somit gute Chancen, erstmals seit 2002 wieder ins Halbfinale - mit einem möglichen Duell gegen den FC Bayern München - einzuziehen.
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