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1:1 gegen Bielefeld wahrt brüchigen Hertha-Frieden | 2007-04-08


Berlin - Die Fans stocksauer, der Trainer kleinlaut: Doch trotz eines kümmerlichen Punktes im achten sieglosen Spiel blieben die Notfallpläne bei Hertha BSC vorerst in der Schublade und Falko Götz erst einmal im Amt.

Das 1:1 (0:1) in der Fußball-Bundesliga gegen Arminia Bielefeld genügte, um bei den Berlinern einen brüchigen Osterfrieden zu wahren, obwohl selbst der Trainer einen Erfolg als Muss bezeichnet hatte. Die Frage, ob Götz auch am kommenden Spieltag in Bochum auf der Bank sitzen wird, wollte Hertha-Manager Hoeneß nicht beantworten und verwies auf die letztjährige Serie von 13 Partien ohne Erfolg. Auch damals habe er nicht nach jedem Spiel scheibchenweise Kommentare abgegeben.

Hoeneß bestritt indes nicht, dass bereits über Alternativen nachgedacht wurde, erlegte sich bei weiterhin fünf Punkten Vorsprung auf die Abstiegsplätze aber eine Schweigepflicht auf: In dem Moment, wo man anfängt, auf solche Fragen im Detail einzugehen, macht man schon einen Fehler. Eine Spekulation besagt, dass nicht zum ersten Mal der jetzige Amateurtrainer und frühere Chefcoach Karsten Heine als Interimstrainer einspringen könnte. Ex-Torjäger Michael Preetz, nun Leiter der Lizenzspielerabteilung, solle Heine, der selbst mit dem Regionalliga-Team gegen den Abstieg kämpft, zur Seite stehen.

Doch der schmeichelhafte Ausgleich durch Patrick Ebert (71.) nach der Bielefelder Führung von Radim Kucera (19.) vermied trotz der erbärmlichen Partie vorerst das Schlimmste für Götz, der von einem ziemlich schwachen Spiel sprach und froh über den Punktgewinn war.

Viele Hertha-Fans unter den gut 40 000 Zuschauern forderten den Abschied von Hoeneß und Götz. Das ist eine Phase, wo man damit rechnen muss, dass solche Rufe kommen, sagte der Trainer. Torhüter Christian Fiedler stellte fest: Man hat gesehen, dass alle ziemlich verkrampft sind. Wir sind nicht erst seit heute im Abstiegskampf.

Helfen konnte nach einer tagelangen Posse auch der überraschend in der Startelf aufgebotene Marko Pantelic nicht, der nach heftiger Kritik von Hoeneß erst erkrankt und dann verletzt war. Götz wollte dem Torjäger die Chance geben, auf die Schelte mit einer besseren Leistung zu antworten und hatte zumindest mehr Willen erkannt. Hoeneß hatte noch am Tag vor dem Spiel mit Pantelic und dessen Berater gesprochen.

An Torgefahr fehlte es im Olympiastadion auch Bielefeld, das im Rennen um den Klassenverbleib den zweiten Sieg in Folge verschenkte, zumal Hertha nach dem Ausgleich sofort Josip Simunic verlor. Der Kroate sah zum zweiten Mal binnen fünf Wochen Gelb-Rot. Ex-Herthaner Thorben Marx ärgerte sich daher: Das sind ganz klar zwei Punkte zu wenig.

Trainer Ernst Middendorp war etwas milder: Ich kann nicht sagen, dass ich vor Enttäuschung platze, aber es wäre ein bisschen mehr drin gewesen. Wortgewaltig stellte Middendorp die dürftigen Darbietungen in den größeren Zusammenhang Klassenverbleib: Wir verfolgen ein Projekt, das wir bis zum 19. Mai zu Ende spielen müssen. Wir haben gepunktet und positive Prozesse mitgenommen.


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