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Meilenstein für Schalke: Mainz-Fluch besiegt | 2007-04-15


Mainz - Der Manager schwärmte vom perfekten Spiel, der Trainer sprach vom Meilenstein auf dem Weg zur ersten Meisterschaft nach 49 Jahren, und die Fans träumten bereits vom vorzeitigen Titeltriumph ausgerechnet beim Erzrivalen Borussia Dortmund.

Mir ist egal, wo wir den Titel holen. Hauptsache wir holen ihn, sagte der überglückliche Mirko Slomka nach dem souveränen 3:0 (2:0)-Erfolg seines FC Schalke 04 dank der Tore von Kevin Kuranyi, Gerald Asamoah und Rückkehrer Lincoln beim Angstgegner FSV Mainz 05. Es war ein wichtiger Meilenstein für uns. Besonders wichtig, wenn man ich-weiß- nicht-mehr-wie-lange dort nicht mehr gewinnen konnte, so der Coach nach dem ersten Sieg in Mainz seit dem 16. Oktober 1982 (6:3 nach Verlängerung im DFB-Pokal).

Mit dem ersten Auswärtserfolg nach drei Partien festigten die Königsblauen sechs Spieltage vor Schluss die Tabellenführung in der Fußball-Bundesliga. Doch noch wichtiger: Sie bezwangen vor 20 300 Zuschauern auch den Fluch von 2005, als sie mit einer Pleite bei den Rheinhessen von der Ligaspitze gestürzt worden waren. Vor zwei Jahren hat uns eine Niederlage hier die Meisterschaft gekostet. Dieses Mal haben wir gewonnen, stellte Außenverteidiger Christian Pander fest. Wenn es so weiter läuft, werden wir es schaffen, ergänzte Torschütze Asamoah, während Manager Andreas Müller sich auch eine Stunde nach dem Match noch an dem perfekten Spiel erfreute.

Denn der einstige Meister der Herzen hatte die Mainzer mit Kalkül und Können phasenweise vorgeführt. Das war sehr souverän. Wir sind sehr klug und sehr gelassen aufgetreten, meinte Slomka. Ihren Anteil trugen dazu im Mittelfeld die Abräumer Fabian Ernst nach seiner Gelbsperre und Hamit Altintop bei. Für die kreativen Momente war Lincoln zuständig, der sich nach seiner Auszeit von fünf Spielen wegen einer Tätlichkeit nahtlos einfügte.

Und nicht nur das: Der brasilianische Spielmacher besorgte das Tor zum 3:0-Endstand in der 71. Minute mit einem sehenswerten Heber. Es war die richtige Antwort auf das, was vorher passiert ist, sagte Slomka. Die Vorlage leistete wie schon beim 2:0 durch Asamoah (34.) bei dessen zweitem Tor im zweiten Spiel nach seinem Beinbruch Nationalstürmer Kuranyi. Der Top-Torjäger hatte den Mainzern mit seinem 13. Saisontreffer in der 10. Minute bereits allen Mut genommen und sich vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw prächtig in Szene gesetzt.

Dass die S04-Fans den 33. Spieltag und das Revier-Derby in Dortmund als idealen Zeitpunkt für den angestrebten Titelgewinn ausgemacht haben, stört Slomka ebenso wenig wie die ganze Euphorie um die Knappen. Die Stimmung unter den Fans ist berechtigt und die Mannschaft hat diese Stimmung verdient, sagte der Trainer, nicht ohne mit Blick auf das Heimspiel am Samstag gegen den erstarkten FC Energie Cottbus zu warnen. Es gilt Vorsicht walten zu lassen. Es war ein guter Anfang, die nächsten fünf Spiele zu bestreiten.

Kaum schlechter hätte es dagegen für den FSV laufen können, der nach der vierten Niederlage nacheinander auf dem 17. Tabellenrang mit zwei Punkten Rückstand zum rettenden Ufer festsitzt. Es ist wichtig, dass wir uns heute mal richtig scheiße fühlen. So können wir nicht auftreten, schimpfte Klopp, dessen Sonder-Trainingslager keine Wirkung gezeigt hatte. Stattdessen quittierten die eigenen Anhänger den saft- und kraftlosen Auftritt der 05er mit einem gellenden Pfeifkonzert. Da muss man nicht um den heißen Brei herum reden. Es war von keinem die nötige Leidenschaft zu sehen, konstatierte Kapitän und Keeper Dimo Wache, der nun mit seinem Team am kommenden Sonntag beim Hamburger SV punkten muss, denn danach geht es zum Rekordmeister Bayern München und Schalke-Verfolger VfB Stuttgart. Wir haben noch eine Chance, befand Manager Christian Heidel.


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