HEMDSÄRMELIG: Trotz Temperaturen von fast 30 Grad trug Stuttgarts Roberto Hilbert beim 2:1 gegen Hannover 96 als einziger Spieler auf dem Platz ein langärmeliges Trikot.
Ich fühle mich so einfach wohler, begründete der Neu-Nationalspieler seine schweißtreibende Kleiderwahl. Der Erfolg gab ihm Recht: Der Neuzugang von der SpVgg Greuther Fürth erzielte bereits nach anderthalb Minuten sein 5. Saisontor.
LEHRSTUNDE: Nürnbergs Profi Dominik Reinhardt nutzte seine verletzungsbedingte Zwangspause zur Unterstützung eines wichtigen Anliegens. Sie können auch jetzt noch den Schritt in Lese- und Schreibkurse wagen, sagte der Abwehrspieler am Samstag kurz vor Anpfiff der Heimpartie gegen Alemannia Aachen. Reinhardt unterstützt ein Projekt zur Alphabetisierung. Mehr als vier Millionen Menschen in Deutschland können nicht richtig schreiben oder lesen, allein in Nürnberg sollen es rund 23 000 Erwachsene sein.
KULTURGIPFEL: Das 2:1 des VfB Stuttgart gegen Hannover 96 war alles andere als eine Spitzenpartie, doch zu einem Gipfel trafen sich vor dem Spiel der Sport und die Kultur. Spitzenvertreter des Stuttgarter Kulturlebens trafen sich mit VfB-Präsident Erwin Staudt zum Gedankenaustausch über eine künftige Zusammenarbeit. So sollen im Rahmen einer Sonderaktion die Eintrittskarten für ein Heimspiel des VfB zum freien Eintritt im Stuttgarter Kunstmuseum berechtigen. DFB- Präsident Theo Zwanziger sah im ersten Stuttgarter Kulturgipfel eine sehr gelungene Initiative, die auch beweist, dass sich der Fußball stets seiner gesellschaftlichen Verankerung bewusst ist. Fußball ist nicht nur Spaß und Freizeitvergnügen, sondern ein wichtiger Kulturfaktor in unserer Gesellschaft.
RÜCKKEHR: Er kam zurück, sah und traf: Der Brasilianer Lincoln steuerte nach seiner Sperre von fünf Spielen beim 3:0 gegen den FSV Mainz 05 das letzte Tor für den FC Schalke 04 selbst bei. Ich habe mich gefreut wie ein Kind. Ich habe so lange nicht gespielt, erklärte der Regisseur nach dem Sieg des Bundesliga-Spitzenreiters. Am 25. Februar hatte er sich eine Tätlichkeit gegen Leverkusens Nationalspieler Bernd Schneider geleistet. Es war die richtige Antwort auf das, was vorher passiert ist, sagte Trainer Mirko Slomka nun nach dem überzeugenden Auftritt seines Spielmachers, dessen Ausraster vor rund zwei Monaten heiß diskutiert worden war.
FAN-ANSTURM: Mit 54 067 Besuchern war der Borussia-Park in Mönchengladbach beim Spiel gegen den Hamburger SV zum ersten Mal in dieser Saison ausverkauft. Und der Fan-Ansturm reißt nicht ab. Die Partie gegen den FC Bayern München am 5. Mai ist ebenfalls bereits ausverkauft. Und auch in den Heimspielen gegen den VfB Stuttgart (28. April) und zum Saisonfinale gegen den VfL Bochum (19. Mai) wird ein volles Haus erwartet. Da versteht es sich von selbst, dass jeder Spieler an seine Leistungsgrenze geht, forderte Trainer Jos Luhukay für den Fall, dass die Borussia bereits vorzeitig abgestiegen ist.
ABERGLAUBE: Im Kampf gegen den Abstieg lassen die Verantwortlichen von Arminia Bielefeld nichts unversucht. Eigentlich sollte mit dem Abriss der altehrwürdigen Osttribüne, die einem Neubau weichen muss, schon nach dem Frankfurt-Spiel begonnen werden. Doch weil der Club auch in den beiden letzten Saison-Heimpartien gegen Bremen und Hannover keinen der potenziell 26 601 Besucher vermissen will, bleibt bis zum Schluss alles beim alten. Man glaubt an die Magie der Tradition. Auch das Hochziehen von sieben Arminia-Großflaggen auf dem Willy-Brandt-Platz der Ostwestfalen-Metropole, jeweils freitags vor den restlichen Begegnungen, gehört zum Thema Aberglaube.
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