Jena Erst leidenschaftlich gekämpft, dann emotionslos analysiert und schon auf Freiburg konzentriert: Die Feier beim Fußball-Zweitligisten FC Carl Zeiss Jena fiel nach dem mit Hingabe erkämpften 2:1-Erfolg gegen den FC Erzgebirge Aue kurz aus.
Die abstiegsbedrohten Thüringer gingen nur Minuten nach dem Schlusspfiff im teils emotional geführten Ost-Derby mit drei Platzverweisen zur nüchternen Analyse über. Wir haben drei Punkte geholt, mehr nicht, sagte der neue Jenaer Trainer Frank Neubarth.
Dass ihm seine Mannschaft ein perfektes Debüt auf der Trainerbank bescherte, hatte Neubarth zumindest äußerlich temperamentlos hingenommen: Wenn wir die 2. Liga halten, können wir richtig jubeln. Dann geht hier die Post ab. Die Spieler folgten der Devise des 44-Jährigen. Das war ein ganz kleiner Schritt von fünf weiteren, die jetzt vor uns liegen, sagte Kevin Schlitte. Zwar trennt Carl Zeiss nur noch die schlechtere Tordifferenz von einem Nichtabstiegsplatz, aber es wartet ein schweres Restprogramm.
Der hochverdiente Erfolg im Duell der früheren DDR-Oberligisten hat dem Selbstbewusstsein der Jenaer, die in ihrem nächsten Spiel beim SC Freibug antreten, jedoch einen gewaltigen Schub verliehen. Freiburg ist derzeit die beste Mannschaft der Liga. Aber vielleicht gelingt es uns, deren Siegesserie zu durchbrechen, schaute Mark Zimmermann, Torschütze zum 1:0 (10.) gegen Aue, voraus.
Den Blick zurück wagte indes Schlitte, der kurz vor dem Halbzeitpfiff das 2:0 erzielte. Wir haben schon unter Heiko Weber gute Leistungen gebracht und oft unglücklich verloren. Auch er hat Anteil an diesem Erfolg, erinnerte er an Neubarths Vorgänger, der eine Woche zuvor beurlaubt worden war.
Solche drastischen Maßnahmen hat Aues Trainer Gerd Schädlich nicht zu fürchten. Doch nach der dritten Niederlage in Serie, bei der Fiete Sykora (84.) durch ein Eigentor den Auer Anschluss markierte, sind die Aufstiegsambitionen im Erzgebirge endgültig vergessen. Die Leistung der ersten Halbzeit ist nicht zu entschuldigen, sagte der sichtlich empörte Präsident Uwe Leonhardt. Noch in Jena diskutierte er mit seinen Vorstandskollegen über Konsequenzen. Auch Schädlich sieht den angepeilten einstelligen Tabellenplatz in Gefahr und drohte: Wir haben versagt. Vielleicht sind sich einige Spieler zu sicher mit unseren 42 Punkten und ihren Verträgen.
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