Cottbus - In Überzahl hat Energie Cottbus den ersten Saisonsieg in der Fußball-Bundesliga verschenkt und musste am Ende noch froh über den ersten Heimpunkt sein. Die Lausitzer kamen gegen den 1. FC Nürnberg nur zu einem 1:1 (1:0).
Der lange enttäuschende Pokalsieger aus Franken wendete die dritte Niederlage in der neuen Spielzeit erst kurz vor Schluss ab. Der dänische Neuzugang Dennis Sörensen sorgte mit einem umstrittenen Foulelfmeter in der 15. Minute für die Cottbuser Führung, sein erstes Bundesliga-Tor reichte aber nicht. Andreas Wolf köpfte fünf Minuten vor Ende einen Eckball ein, nachdem Robert Vittek bereits mit einer Gelb-Roten Karte wegen wiederholten Foulspiels das Feld verlassen hatte (63.). Fast hätte Nürnberg noch gewonnen, doch ein Treffer von Nicky Adler drei Minuten vor Ende zählte nicht. Marek Mintal soll Energie-Torhüter Tomislav Piplica zuvor behindert haben, dabei hatte der Cottbuser Igor Mitreski seinen Kollegen unterlaufen.
Ich habe schon abgedreht und gejubelt, sagte Nürnbergs Trainer Hans Meyer, der die Entscheidung nicht verstand, aber auch meinte: Ich glaube, dass der Fußball-Gott das irgendwann ausgleicht. Mit dem Punkt bin ich in der Gesamtheit nicht ganz unzufrieden. Wir haben auch heute nicht souverän gespielt. Schon beim Elfmeter haderte Nürnberg mit Schiedsrichter Knut Kircher, der nach einem Zweikampf zwischen Francis Kioyo und Glauber zum Entsetzen der Gäste auf den Elfmeterpunkt zeigte. Nürnbergs Innenverteidiger soll Kioyo nach einer Flanke regelwidrig behindert haben. Dass Cottbus danach keine weiteren Tore gelangen, ärgerte Trainer Petrik Sander: Logischerweise bin ich mit dem Punkt nicht zufrieden. Es fehlt uns momentan auch das notwendige Quäntchen Glück.
Die Gastgeber hätten nach nur vier Minuten bereits 2:0 führen können. Gerade 55 Sekunden waren gespielt, als Timo Rost nach einem abgefälschten Freistoß von Kioyo völlig frei aus zehn Metern zum Schuss kam, aber nur einen harmlosen Roller zu Stande brachte. Dann setzte Ervin Skela einen Freistoß an den Außenpfosten. Der Club hatte auch Glück, dass Rost aus 22 Metern nur den Innenpfosten traf (38.).
Die Nürnberger, bei denen Linksverteidiger Javier Pinola weiterhin ausfiel, besaßen durch Iwan Saenko die beste Chance vor der Pause. Der Russe schoss jedoch vorbei, weil ihn Steffen Baumgart noch störte (28.). Der 35 Jahre alte Routinier - eigentlich gelernter Stürmer - spielte rechts in der Energie-Abwehrkette. Keeper Piplica musste erstmals bei einem Kopfball von Peer Kluge retten (75.).
Die Nürnberger blieben trotz optischer Überlegenheit lange fast alles schuldig und bäumten sich erst nach Vitteks Platzverweis kämpferisch auf und hätten in der spannenden Schlussphase und Wolfs Ausgleich die Partie fast gedreht. Überzeugen konnte vor allem Schlussmann Blazek, der einen spektakulären Flugkopfball von Kioyo aus dem Winkel fischte (68.) und sein Team im Spiel hielt.
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