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Eintracht Frankfurt wie ein Absteiger | 2007-04-22


Frankfurt/Main - Die Fans skandierten Funkel raus, die Spieler schlichen begleitet von wütenden Pfiffen wie geprügelte Hunde in die Kabine und der Coach stellte sein Team nach dem desaströsen Auftritt beim 0:3 im Kellerduell gegen den VfL Bochum öffentlich an den Pranger.

Eintracht Frankfurt droht im Abstiegsstrudel der Fußball-Bundesliga zu versinken. Wir wollten einen vorentscheidenden Schritt in Richtung Klassenerhalt machen. Das ist uns gründlich misslungen. Wir haben eine ganz schwere Niederlage erlitten und müssen jetzt ganz schnell das Ruder herum reißen, erklärte der sichtlich geschockte Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen.

Einen Trainerwechsel schließt Bruchhagen trotz des herben Rückschlages im Abstiegskampf jedoch aus. Wir haben uns schon öfter in einer prekären Situation befunden, und Friedhelm Funkel hat sich mit der Mannschaft daraus befreit, erklärte Bruchhagen und stärkte dem Coach damit den Rücken. Andere haben vielleicht nicht mehr das Vertrauen, aber im Vorstand wird keiner unruhig. Dessen bin ich mir sicher und das ist für mich maßgebend, sagte Funkel. Es wird keine Krisensitzung geben, verkündete Aufsichtsratschef Herbert Becker.

Dafür aber Einzelgespräche mit den Spielern, die in der ersten Hälfte völlig neben den Schuhen standen und die Bundesliga-Reife vermissen ließen. Im Stile eines Absteigers stolperte die Eintracht über den Rasen und machte sogar den sonst eher ruhigen Funkel rasend. Die erste Halbzeit war die schlechteste, seit ich hier Trainer bin. Heute hatten wir die Pfiffe verdient. Die Mannschaft hat weit, weit unter ihrer Normalform agiert. Wir sind der Verlierer des Spieltages, erklärte Funkel, der erneut auf Albert Streit verzichtete. Er hat sich wie jeder an Spielregeln zu halten. Wenn er die nicht einhält, ist er nicht dabei, verteidigte Funkel die Ausbootung des offenbar abwanderungswilligen Mittelfeldspielers.

Vor 47 962 Zuschauern luden die Frankfurter den VfL mit individuellen Fehlern förmlich zum Toreschießen ein. Theofanis Gekas (32.), der im Sommer für vier Jahre zu Bayer Leverkusen wechselt, und Joel Epalle (58./69.) bedankten sich und schossen die Bochumer vorerst aus der direkten Abstiegszone. In der befindet sich nun die Eintracht, die mit 34 Punkten als Tabellen-14. nur noch einen Zähler Vorsprung auf einen Abstiegsplatz aufweist.

Mit solch einer Leistung wird es natürlich schwer, die Klasse zu halten. Es ist frustrierend, dass wir es zu Hause nicht schaffen, das Spiel zu kontrollieren, sagte Markus Weissenberger. Der Mittelfeldspieler hätte der Partie noch eine Wende geben können, vergab aber wie kurz zuvor Naohiro Takahara eine hundertprozentige Chance zum Ausgleich kläglich. Was wir in der 1. Hälfte gezeigt haben, war eine Katastrophe, übte Christoph Spycher Selbstkritik und Michael Fink attestierte: Das war ein grottenschlechtes Spiel.

Grund zur Freude hatte dagegen Bochums Trainer Marcel Koller. Das war ein ganz wichtiger Auswärtssieg, stellte er zufrieden fest. Der Schweizer muss in der kommenden Saison allerdings ohne den nach Leverkusen wechselnden Griechen-Pfeil Gekas, der bereits sein 18. Saisontor erzielte, auskommen. Das ist ein schmerzlicher Verlust. Es ist schwierig, einen Spieler zu finden, der regelmäßig trifft, kommentierte der Bochumer Trainer den perfekten Wechsel des Stürmers.


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