Stuttgart - Bayern Münchenh Trainert Ottmar Hitzfeld sprach nach der 0:2-Niederlage beim VfB Stuttgart über die Zukunft des deutschen Fußball-Rekordmeisters:
dpa: Wie lautet Ihr Kommentar zu der Niederlage?
Hitzfeld: Ich bin natürlich enttäuscht von unserer Leistung, vor allem in der ersten Halbzeit, wo wir Probleme hatten, den Spielfluss herzustellen. Wo wir in der ersten Viertelstunde schon zu viele Zweikämpfe verloren haben. Als wir den VfB einigermaßen im Griff hatten, da geschieht ein halbes Eigentor, dann ein Doppelschlag innerhalb von zwei Minuten. Wir haben in der zweiten Halbzeit nochmal alles probiert, aber es ist uns nicht gelungen, den VfB in Gefahr zu bringen. Der VfB war heute die bessere Mannschaft und hat diese drei Punkte verdient.
dpa: Sehen Sie noch irgendeine Chance, dem UEFA-Cup zu entkommen?
Hitzfeld: Der VfB hat fünf Punkte Vorsprung und den psychologischen Vorteil, uns geschlagen zu haben. Aber trotzdem werden wir alles dransetzen und nicht lockerlassen, um die nächsten vier Spiele noch zu gewinnen. Natürlich sind fünf Punkte auf den ersten Blick unerreichbar. Aber ich glaube nach wie vor daran, dass wir eine Chance bekommen können. Der VfB hat zwar eine Super-Serie hingelegt und ist in einer blendenden Verfassung, aber im Fußball ist vieles möglich.
dpa: Wie geht es weiter mit dem FC Bayern?
Hitzfeld: Auch wenn ein Sturm über uns hereinbrechen wird in den nächsten Tagen, werden wir versuchen, kühlen Kopf zu bewahren und am Samstag das Spiel zu Hause gegen den HSV zu gewinnen. Nun ist harte Arbeit angesagt, wir werden uns auf die letzten vier Spiele konzentrieren.
dpa: Wie können Sie erklären, dass Ihre Mannschaft so behäbig aufgetreten ist?
Hitzfeld: Natürlich erwarten wir, dass die Mannschaft selbstbewusst auftritt, das gehört zum FC Bayern München. Deshalb war die Außendarstellung auf dem Platz enttäuschend: Dass wir vor allem in der ersten Halbzeit viel zu viele Zweikämpfe verloren haben, dass wir im spielerischen Bereich nicht überzeugen konnten, dass wir in der Defensive einige Nervositäten gezeigt haben und uns in der Offensive zu wenig durchsetzen konnten. Da hat die Winner-Mentalität gefehlt, das war für mich schon eine große Enttäuschung. Ich glaube aber nicht, dass das eine Sache der Einstellung war, sondern eine gewisse Angst im Hinterkopf, die Champions League nicht zu erreichen.
dpa: Aber mit Druck umzugehen, das kennt der FC Bayern doch?
Hitzfeld: Es ist ein Unterschied, ob man im Endspiel um eine Meisterschaft oder um den dritten Platz kämpft. Das ist eine ganz andere Konstellation. Es war beängstigend, dass wir Nerven zeigten. Aber das ist auch menschlich.
dpa: Was trauen Sie dem VfB noch zu?
Hitzfeld: Der VfB hat eine Super-Saison gespielt. Die Mannschaft war sehr beständig und hat sich zum Schluss noch steigern können. Nun lauert sie auf Ausrutscher von Schalke und Bremen. Beim VfB ist der Blick nach wie vor nach oben gerichtet. Er wird sich nicht mit dem dritten Platz zufrieden geben, wenn er noch die Chance hat, deutscher Meister zu werden.
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