Düsseldorf/Wuhan/China - Besser hätte es für die deutschen Fußball-Frauen kaum kommen können: Der Titelverteidiger hatte bei der Auslosung der 5. Weltmeisterschaft in China (10. bis 30. September) in Wuhan Losglück und spielt in der Gruppe A gegen Japan, England und Argentinien.
Die Südamerikanerinnen sind im WM- Eröffnungsspiel am 10. September in Schanghai (14.00 Uhr/MESZ) der erste Gegner der Mannschaft von Cheftrainerin Silvia Neid. In den weiteren Vorrundenpartien trifft der Welt- und Europameister zunächst wieder in Schanghai auf England (14. September) und vier Tage später in Hanghzou auf Japan.
Ich bin zufrieden. Hauptsache aber ist, dass wir endlich wissen, mit wem wir es zu tun bekommen. Jetzt können wir uns gezielt auf diese Gegner vorbereiten, sagte Neid. Vielleicht ein gutes Omen: Japan und Argentinien waren bereits 2003 in den USA deutsche Gruppengegner. Damals wurden die Asiatinnen 3:0, und die Argentinierinnen im bisher einzigen Duell 6:1 bezwungen - am Ende wurde die Elf von Tina Theune-Meyer erstmals Weltmeister.
Das ist eine machbare Gruppe. Das sind Gegner, um in ein Turnier hinein zu kommen, meinte DFB-Regisseurin Renate Lingor. Conny Pohlers, die beim Galaspiel der Weltauswahl in Wuhan gegen China (2:3) ein Tor erzielt hatte, denkt sogar schon über die Vorrunde hinaus: Mein Ziel ist es, am Ende wieder eine Party zu feiern und den Pott in den Händen zu halten.
Sollte der neuerliche WM-Coup gelingen, könnten die Deutschen diesen Erfolg vergolden. Denn erstmals bei einer Frauen-WM werden auch vom Weltverband FIFA Prämien in Höhe von insgesamt 4,7 Millionen Euro ausgezahlt. Allein der Weltmeister erhält umgerechnet 735 000 Euro, der unterlegene Finalist immerhin noch 480 000 Euro.
Wie die Auslosung im Wissenschafts- und Technikpalast von Wuhan weiter ergab, haben die USA als WM-Favorit und Gastgeber China einen wesentlich schwierigeren Weg zu bewältigen. Die vor vier Jahren bei der WM im eigenen Land von Deutschland entthronten Amerikanerinnen müssen sich in Gruppe B mit Nigeria, Vize-Weltmeister Schweden sowie Nordkorea auseinander setzen. Zum WM-Auftakt trifft Olympiasieger USA auf die Nordkoreanerinnen. Die Partie wird in Chengdu - ausgerechnet am 11. September - ausgetragen und dürfte wegen der politischen Situation zusätzlich für weltweite Aufmerksamkeit sorgen. Wir hatten sicher mehr Losglück als die USA, gestand Neid. In Gruppe C spielen Norwegen, Ghana, Australien und Kanada. Gastgeber China muss sich in Gruppe D mit Neuseeland, Brasilien und Dänemark auseinander setzen.
Die jeweils beiden Ersten der vier Vierer-Gruppen qualifizieren sich für das Viertelfinale, von da an geht es im K.o.-System weiter bis zum Finale am 30. September in Schanghai. Unser Ziel ist es, Gruppenerster zu werden, damit wir im Viertelfinale gegen den zweiten der starken B-Gruppe antreten können, meinte Neid. Gegen keinen Kontrahenten hat Deutschland je ein Länderspiel verloren. Gegen die Japanerinnen, die zuletzt im November mit 6:3 besiegt wurden, steht eine makellose Bilanz von fünf Siegen zu Buche. Gegen England spielte die DFB-Elf im Januar beim Vier-Nationen-Turnier in China zwar nur 0:0, davor aber wurden die Britinnen 15 Mal in Serie bezwungen.
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