Bonn/Frankfurt - Die Vereine der Fußball-Bundesliga müssen wohl auf die erhofften Zusatz-Einnahmen durch das Namenssponsoring verzichten. Die Deutsche Telekom wird nach Informationen der Sport Bild nicht Namenssponsor der Fußball-Bundesliga.
Das Unternehmen aus Bonn werde die auslaufende Option auf die Namensrechte an der höchsten deutschen Spielklasse nicht wahrnehmen, schrieb das Blatt in seiner aktuellen Ausgabe. Weder die Telekom noch die Deutsche Fußball Liga (DFL) waren bis zum späten Nachmittag zu einer Stellungnahme bereit.
Die deutsche Elite-Klasse bleibt so eine der wenigen in Europa ohne Geld aus dieser Vermarktungsform. Zum Vergleich: Die Premier League in England tritt offiziell als Barclays Premiership auf und erhält für die drei Spielzeiten bis 2007 insgesamt rund 84 Millionen Euro. Die Telekom ist derzeit so genannter Premium-Sponsor und wirbt unter anderem auf den Trikotärmeln.
Neben traditionsbewussten Fans dürften vor allem viele Medien den Verzicht auf das Namens-Sponsoring begrüßen. Den öffentlich- rechtlichen Fernsehsendern ARD und ZDF oder dem Pay-TV-Kanal Arena, der im Kabelgeschäft Konkurrent der Telekom ist, bleibt so die Nennung des gesponserten Namens erspart. Dazu wären sie auf Grund der im Dezember 2005 geschlossenen TV-Verträge gezwungen gewesen. Zudem hatten sich der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger, der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger und der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) gegen eine Umbenennung der 1963 eingeführten Liga ausgesprochen.
Die Option der Telekom beruhte auf einem mühsam erzielten Kompromiss, der ein Problem löste, das unerwartet nach der Vergabe der TV-Rechte aufgetreten war und zwischenzeitlich die Freude über die Dreijahresverträge mit einem Gesamtvolumen von 1,2 Milliarden Euro getrübt hatte. Die Telekom hatte damals gedroht, die für rund 50 Millionen Euro erworbenen Online-Rechte nicht nur über das Internet zu nutzen, sondern auch über Kabel und Satellit.
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