Frankfurt/Main - Der CDU-Politiker Friedrich Merz wird auf keinen Fall neuer Chef des Liga-Verbandes.
Ich sitze zwar bei Borussia Dortmund im Beirat. Aber ich sehe meine berufliche Zukunft nicht im Fußball. Ich stehe definitiv nicht zur Verfügung, sagte der 51-Jährige der Bild-Zeitung. Merz war von seinem Parteifreund und dem ehemaligen Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Gerhard Mayer-Vorfelder, als Nachfolger des gestorbenen Werner Hackmann ins Gespräch gebracht worden.
Mayer-Vorfelders Vorpreschen sorgte in der DFL indes für Unmut. Das ist ein Vorstoß von der falschen Person zur falschen Zeit, sagte der momentan kommissarisch den Ligaverband führende Vizepräsident Wolfgang Holzhäuser der dpa. Er lege Wert darauf, dass die 36 Vereine, die am 6. und 7. August bei der turnusmäßigen Generalversammlung in Berlin die Entscheidung zu treffen haben, absolut autark seien und auch das Anforderungsprofil erstellen würden. Wir müssen sagen, ob wir einen absoluten Fußball-Fachmann nehmen oder einen Wirtschafts-Kapitän. Die Vereine haben die Hoheit, erklärte der von den Einmischungen genervte Holzhäuser.
An Spekulationen um mögliche Kandidaten will sich die DFL nicht beteiligen. Wir schlagen keine Namen vor und kommentieren auch keine, betonte Holzhäuser, der am 15. März übergangsweise an die Spitze gewählt werden soll. Er selbst steht wegen seines Amts als Geschäftsführer des Bundesligisten Bayer 04 Leverkusen langfristig nicht als Hackmann-Nachfolger zur Verfügung. Auch Bayerns Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge und Eintracht Frankfurts Heribert Bruchhagen haben bereits abgewunken.
Holzhäuser richtete auch kritische Worte an die Andresse des DFB. Für Misstöne sorgte, dass DFB-Präsident Theo Zwanziger die Tagung der Bundesliga-Trainer vor einer Woche in München beehrt habe, ohne dass der Liga-Vorstand informiert worden sei. Zudem fände am 1. März in Berlin ein Fußball-Gipfel ohne die Liga statt, monierte Holzhäuser. Da sei der Hinweis gestattet: Die Musik wird von den Vereinen bezahlt, sagte Holzhäuser im Fachmagazin kicker und kündigte eine Offensive der Liga an, wenn sich der DFB nicht an die Spielregeln hält.
Das Treffen zwischen DFB-Präsident Zwanziger, FIFA-Exekutivmitglied Franz Beckenbauer und dem jüngst zum UEFA-Vizepräsidenten gewählten Mayer-Vorfelder soll dazu dienen, die Begehrlichkeiten des deutschen Fußballs in den internationalen Gremien optimal zu vertreten. Es sei doch selbstverständlich, dass die Interessen der DFL unabhängig von der Besetzung des Gesprächsrunde auch eingebracht würden, betonte DFB-Sprecher Harald Stenger.
Unterdessen ist eine kurzfristige Entscheidung über einen Namenssponsor für die Bundesliga wohl nicht zu erwarten, nachdem die Deutsche Telekom von ihrer Option keinen Gebrauch gemacht hatte. kicker-Spekulationen, wonach der österreichische Getränke-Hersteller Red Bull von Milliardär und Formel-1-Rennstall-Besitzer Dietrich Mateschitz ein Kandidat sein soll, dementierte das Unternehmen umgehend. Daran sei definitiv kein Funken Wahrheit, sagte eine Red-Bull-Sprecherin der dpa.
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