Leipzig - Relativ gelassen ging es in der Winterpause auf dem Transfermarkt der Fußball-Regionalliga Süd zu. Die Zahl der Spielerwechsel war bei Saisonhalbzeit geringer als vor einem Jahr. Da kauften die 18 Vereine in der Winterpause 52 neue Akteure ein, diesmal waren es 46.
Die Zahl der Spielerabgänge sank ebenfalls: von 55 auf 45. Damit liegt die Zahl aber noch deutlich über den 25 des Winters 2005.
Einerseits ist die Mehrzahl der Drittligisten mit ihrem Kader offenbar recht zufrieden, andererseits dürfte der finanzielle Spielraum der meisten Vereine keine Einkaufs-Orgien zulassen. Und so kann es sogar passieren, dass Spieler ihren Vereinswechsel selbst mitfinanzieren, wie im Falle von Christian Okpala, den es von den Stuttgarter Kickers zu den Sportfreunden Siegen zog. Zu den rund 100 000 Euro Ablöse steuerte der erst im Sommer aus Augsburg gekommene Stürmer einen Teil bei. Wichtiger als das Geld ist für mich, dass ich wieder spielen kann, begründete der 30-Jährige.
Mit Mirnes Mesic ließen die Stuttgarter gleich noch einen Regionalliga-Stürmer, und zwar einen der begehrtesten, ziehen. Was wollen wir mit ihm, wenn er mit dem Kopf schon in Hoffenheim ist, kommentierte Kickers-Präsident Hans Kullen den Transfer. Mit Angelo Vaccaro vom FC Augsburg und dem ehemaligen Bundesliga-Profi Sean Dundee soll die Lücke im Angriff der Schwaben geschlossen werden. Der von den Offenbacher Kickers nur ausgeliehene Dundee will das Vertrauen an die Stuttgarter zurückgeben. In Offenbach kam der 34-Jährige zuletzt nur zu Kurzeinsätzen. Zugleich hält er sich aber die Hintertür gen Offenbach offen: Ich habe dort noch Vertrag, im Sommer sehen wir weiter, sagte Dundee.
Während der zweitplatzierte Aufstiegsanwärter neben Mesic nur noch einen weiteren Neuen verpflichtete, griff Spitzenreiter SV Wehen entgegen dem Trend auf der Winterbörse kräftig zu. Sieben Zugänge heuerten in dem ambitionierten Fußball-Dorf an. Allerdings mussten auch sechs Akteure ihre Koffer packen. Unter den Neuen der Taunussteiner ist Torsten Reuter, der nun gleich mehrere ehemalige Lauterer Kollegen wieder traf. So viel Gemeinschaftssinn habe ich bislang noch in keinem Club erlebt, lobte er seinen neuen Verein schon vorab.
So aktiv beim Einkaufen wie Wehen war diesmal nur noch die SV Elversberg, die sechs Neue begrüßte, jedoch nur zwei Spieler verabschiedete. Wehen verbuchte mit sechs auch die meisten Abgänge. Dahinter folgt der 1. FC Saarbrücken, der acht Akteure gehen ließ, davon gleich drei nach Elversberg. Mit Guillaume Deschamps vom französischen Zweitligisten Stade Lavallois erfüllte sich Saarbrückens Trainer Didier Philippe aber einen wichtigen Wunsch. Den Landsmann wollte er unbedingt im Team haben.
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