London - Erst verkracht, nun wieder im Jubel vereint: Die Streithähne Craig Bellamy und Arne Riise, die sich am Wochenende noch geprügelt hatten, wiesen dem FC Liverpool mit ihren Toren zum 2:1 bei Titelverteidiger FC Barcelona den Weg ins Viertelfinale der Champions League.
Rafaels böse Buben schocken Europas Champion, titelte der Daily Mirror. Auch Inter Mailand droht das Aus. Die imposante Siegesserie des italienischen Meisters riss nach 16 Erfolgen in Serie gegen den FC Valencia (2:2). Gute Ausgangspositionen haben sich Michael Ballacks Club FC Chelsea mit dem 1:1 beim FC Porto und Olympique Lyon mit dem 0:0 beim AS Rom verschafft.
Beim Torjubel zum zwischenzeitlichen 1:1 (43.) ließ Bellamy den ganzen Frust heraus: Der Stürmer ahmte den Schwung eines Golfspielers beim Abschlag nach. Denn mit einem solchen Golfschläger soll der Stürmer wenige Tage zuvor auf seinen Teamkollegen Riise losgegangen sein. Die beiden Streithähne hatten im portugiesischen Trainingslager eine Massenschlägerei ausgelöst, die erst durch die Polizei beendet wurde. Als Riise im Stadion Camp Nou den 2:1-Siegtreffer schoss (74.), waren sämtliche Animositäten und Negativschlagzeilen der vergangenen Tage vergessen: Riise und Bellamy fielen sich glücklich in die Arme. Zwei über Par, schrieb der Daily Mirror.
Das Drehbuch hätte nicht besser geschrieben werden können. Weil Riise sich am Wochenende beim Karaoke geweigert hatte, mit Bellamy im Duett Robbie Williams Welthit Angels zu singen, war es zur Schlägerei gekommen. Trainer Rafael Benitez kündigte Rekordstrafen von rund 120 000 Euro an, nahm die beiden jedoch in die Pflicht: Gegen Barcelona müsst ihr eine Reaktion zeigen, hatte der spanische Coach verlangt. Es gelang eindrucksvoll und das Massenblatt The Sun titelte passend mit einem anderen Williams-Hit: Swing when youre winning. Es war Schicksal, dass wir beide treffen sollten, meinte Riise.
Ich freue mich wirklich sehr für Bellamy und Riise, sagte Benitez anschließend und meinte genüsslich: Das Trainingslager hat uns geholfen. Die Atmosphäre im Team ist sehr gut. Derweil gibt man sich bei den Katalanen, die durch Deco (14.) in Führung gegangen waren, keinen Illusionen mehr hin. Das 1:2 ist fast schon wie ein Adios, schrieb El Mundo Deportivo, während das Blatt Sport glaubt: Uns hilft nur noch ein Wunder. Die erste Heimniederlage Barcas im Europacup seit vier Jahren ließ auch Trainer Frank Rijkaard kleinlaut werden: Wir haben noch Chancen, aber die Lage ist kompliziert.
Michael Ballack feierte beim FC Chelsea ein gelungenes Comeback nach seiner Oberschenkelzerrung. Der deutsche Kapitän hätte um ein Haar in der Schlussphase sogar das 2:1 für den englischen Meister beim FC Porto erzielt. Doch auch mit dem Unentschieden nach Toren von Meireles (12.) und des wieder erstarkten Andrej Schewtschenko (16.) hat Chelsea beste Chancen aufs Viertelfinale. Einziger Wermutstropfen war die Knöchelverletzung von Kapitän John Terry, der längere Zeit auszufallen droht. Wir wissen im Moment nur, dass es nicht gut aussieht, sagte Coach Jose Mourinho, der bei der Rückkehr an seine ehemalige Wirkungsstätte mit dem Resultat zufrieden war.
Dagegen wurde Inter Mailand vom FC Valencia auf den Boden zurückgeholt. Trotz des Remis ist Trainer Roberto Mancini vom Weiterkommen des souveränen Spitzenreiters der Serie A überzeugt: In Spanien werden wir mit Sicherheit gewinnen. Wir sind die bessere Mannschaft. Davon war im Giuseppe-Meazza-Stadion nicht viel zu sehen. David Villa (64.) und David Silva (86.) glichen die zweimalige Führung der Italiener durch Esteban Cambiasso (29.) und Maicon (76.) aus. Valencias Coach Quique Sanchez Flores jubelte: Inters glänzende Bilanz in der italienischen Liga beweist, was das 2:2 wert ist.
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