Hamburg - Theo Zwanziger hat sich nach den Ausschreitungen von Leipzig gegen eine Beteiligung der Vereine an den Polizeikosten für Sicherheitseinsätze bei Fußballspielen ausgesprochen.
Da kann man die Vereine auch gleich liquidieren, denn dazu sind sie wirtschaftlich nicht in der Lage. Und wenn wir sie aus der Landschaft entfernen, haben wir das Problem nicht gelöst, sagte der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel.
Ohne den Fußball würde sich das Gewaltpotenzial nur verlagern. Dann wird das Land Sachsen seine Polizei nicht im Stadion einsetzen müssen, sondern vielleicht die Bahnhöfe vor Krawallen schützen, sagte Zwanziger. Nach den Krawallen von Fußball-Hooligans bei einem Landespokalspiel des 1. FC Lok Leipzig mit mehreren verletzten Polizisten waren Forderungen nach einer Kostenübernahme durch die Vereine laut geworden. Zwanziger untermauerte seinen Willen, die Krawallmacher zu bekämpfen: Die Aufgabe besteht darin, besonders im Osten den Bodensatz an Kriminellen, Rassisten und Neonazis zu isolieren, sagte der DFB-Chef.
Einen Monat nach der Wahl von Michel Platini zum neuen Präsidenten der Europäischen Fußball-Union (UEFA) relativierte Zwanziger seine unmittelbar nach der Kampfabstimmung getroffene umstrittene Aussage, wonach der Franzose nur von kleinen Nationen mit weniger als hundert Einwohnern gewählt worden war. Dieser Kommentar war sicher überzeichnet, sagte Zwanziger. Dennoch monierte er den Wahlmodus, der allen 53 UEFA-Mitgliedern das gleiche Stimmrecht einräumt. Da entstehen doch Abhängigkeiten. Die Bundeskanzlerin wäre auch nicht einverstanden, wenn Luxemburg in Europa so viele Stimmen hätte wie Deutschland, zog er einen Vergleich zur Politik. Zwanziger hatte Platini-Gegner Lennart Johansson unterstützt.
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