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Hansa Rostock auf Bundesliga-Kurs | 2007-02-27


Duisburg - Hansa Rostock hat die Rückkehr ins Fußball- Oberhaus fest im Visier, doch selbst die Eroberung des zweiten Tabellenplatzes kann Frank Pagelsdorf nicht zur Euphorie verleiten.

Wir müssen weiter Fußball spielen und wollen uns nicht mit mehr beschäftigen, sagte der Hansa-Trainer mit gewohnt verkniffener Miene nach dem 2:1-Erfolg im Zweitliga-Spitzenspiel beim MSV Duisburg, mit dem seine Elf den West-Konkurrenten auf den dritten Rang verwies. Der Aufstieg ist aber noch kein Thema. Ich weiß nicht, beantwortete Pagelsdorf alle Fragen, ob das Bundesliga- Comeback nach dem Abstieg vor zwei Jahren zum Greifen nahe sei.

Mit einer stabilen Defensive und Konterfußball trumpfte Rostock in Duisburg auf und beendete mit dem zweiten Rückrundensieg seine kleine Durststrecke. Das waren für uns big points. Nach den vielen sieglosen Spielen war es wichtig, mal wieder auswärts zu gewinnen, sagte Kapitän Stefan Beinlich, dessen Team einen Rückstand aufholte. Vor 19 217 Zuschauern in der MSV-Arena erzielte Björn Schlicke das 1:0 für Duisburg (19. Minute), doch Zafer Yelen (28.) und Amir Shapourzadeh (75.) führten Rostock noch zum Sieg. Das war ein hochdramatisches Match, in dem wir erst zu inaktiv waren, dann aber besser ins Spiel fanden, meinte Pagelsdorf.

Dabei musste Hansa einige Drangperioden des MSV überstehen. Die Duisburger Stürmer um Klemen Lavric, der in der 79. Minute nach einem Kopfstoß gegen Beinlich die Rote Karte sah, vergaben ihre Chancen jedoch reihenweise. Es tut weh, so ein Spiel zu verlieren. Wir sind aber weiterhin Dritter und haben eine gute Ausgangsposition, sagte Lavric, der Duisburg zunächst im Aufstiegskampf fehlen wird. Seinem Gegenspieler Beinlich warf er Schauspielerei vor. Ich machte nur eine kurze Bewegung, dann ließ sich Beinlich Oscar-reif fallen. Er kam bestimmt gerade aus Hollywood, schimpfte der mit neun Saisontoren beste MSV-Torschütze. Es gibt nichts, wofür ich mich rechtfertigen müsste, entgegnete Beinlich.

Für die Duisburger war es nach dem 0:1 im Hinspiel gegen Rostock erst die zweite Saison-Niederlage. Das wirft uns nicht um, wir stehen wieder auf, sagte MSV-Trainer Rudi Bommer trotzig. Er kritisierte nur die Chancenausbeute. Allerdings zogen sich die Hausherren wie in vielen Partien zuvor nach ihrer Führung weit in die eigene Hälfte zurück und ließen Hansa gewähren. So geht das nicht. Da müssen wir cleverer werden, befand Kapitän Björn Schlicke.

Nach dem Dämpfer für die Zebras ist das Aufstiegsrennen wieder spannend. Der Viertplatzierte 1. FC Kaiserslautern ist bis auf drei Punkte an Duisburg herangerückt. Doch Bommer macht das nicht nervös: Wir sind Dritter und jagen jetzt Rostock. Hansa darf sich nicht in Sicherheit wiegen. Das Pagelsdorf-Team empfängt am nächsten Sonntag Wacker Burghausen, der MSV muss zum wieder erstarkten SC Freiburg, der seit sieben Partien ungeschlagen ist. Da haben wir keine Angst, bis jetzt hat uns noch niemand an die Wand gespielt, sagte Schlicke.


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