Nürnberg - Der 1. FC Nürnberg steht dank Elfmeter-Held Daniel Klewer erstmals seit 25 Jahren wieder im Halbfinale des DFB-Pokals. Der extra für das Elfmeterschießen eingewechselte Torhüter parierte im entscheidenden Shoot-Out die Schüsse von Silvio Schröter und Jiri Stajner.
Mit seinen beiden Paraden sorgte Klewer für den umjubelten 4:2 (0:0, 0:0)-Erfolg der Franken über Hannover 96. Durch den Sieg im Elfmeter-Krimi kann der Club auch weiter vom Einzug in den Europacup träumen. Hannover 96 konnte vor 31 500 Zuschauern im Frankenstadion seine Erfolgsserie aus der Fußball-Bundesliga hingegen nicht fortsetzen und scheiterte wie vor zwei Jahren im Viertelfinale. Der dreimalige Pokalsieger Nürnberg hatte zuletzt 1982 die Vorschlussrunde erreicht und war damals in einem denkwürdigen Endspiel am FC Bayern München gescheitert.
FCN-Coach Hans Meyer untermauerte die Bedeutung der Partie und bot zunächst Stammkeeper Raphael Schäfer im Tor auf. Dann überraschte der Trainer-Routinier mit einem Psychotrick und schickte kurz vor Schluss der torlosen 120 Minuten Klewer aufs Feld. Der 29-Jährige hatte auch in der vorangegangenen Runde gegen die SpVgg Unterhaching als Elfmetertöter geglänzt und damals gleich vier Schüsse vom Punkt abgewehrt. Nun bestätigte er diese Leistung mit einem weiteren glanzvollen Einsatz. Ich bin überwältigt. Ich habe alle Götter angerufen, mir zu helfen, sagte der strahlende Matchwinner Klewer. Teamkollege Dominik Reinhardt jubelte mit dem Schlussmann. Er hat wieder zwei gehalten. Das ist gigantisch. Wir sind einfach froh, im Halbfinale zu stehen, sagte der Verteidiger.
Auf dem nach stundenlangem Regen aufgeweichten Boden erwischten die Gäste den besseren Start. Im aggressiven Stil spielten sie über die Außenbahnen nach vorne. Fahrenhorst scheiterte nach fünf Minuten mit einem Kopfball an Schäfer und vergab auch den Abpraller. Erst nach einer guten Viertelstunde bekam der Club die Partie unter Kontrolle und zeigte über den zunächst gut aufgelegten Jan Polak gelungene Offensivaktionen. Der beste Nürnberger, Iwan Saenko, verfehlte aus 18 Metern das Tor (31.), kurz darauf fand der Russe aus 20 Metern seinen Meister in 96-Torwart Robert Enke.
Die zweite Halbzeit begann mit einer großen Chance für Robert Vittek, der Slowake in Nürnberger Diensten verfehlte jedoch das Tor (47.). Anschließend verflachte die Partie. Beide Teams schienen Angst vor dem entscheidenden Fehler zu haben und waren zunehmend auf Sicherung des eigenen Gehäuses aus. Sieben Minuten vor Schluss hatte aber Saenko den Siegtreffer auf dem Fuß, scheiterte aber an Enke. Auch in der Verlängerung traf niemand ins Tor, beim Elfmeterschießen hatten die Nürnberger dann das Glück und vor allem Klewer auf ihrer Seite.
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