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HSV-Torhüter Rost vor Rückkehr auf Schalke | 2007-02-28


Hamburg - Nur zwei Monate nach seinem überraschenden Wechsel zum Hamburger SV trifft Frank Rost auf seinen alten Club FC Schalke 04 und hat dabei mulmige Gefühle.

Das ist schon ungewöhnlich, weil ich das erste Mal innerhalb einer Saison gewechselt bin, gibt der Fußball-Torwart zu. Trotz seiner zuletzt negativen Erlebnisse in Gelsenkirchen, wo er nach viereinhalb Jahren auf die Bank verbannt wurde, versucht er, die Rückkehr ganz gelassen zu sehen. Ich wollte meine Karriere auf Schalke beenden, es sollte nicht sein. Das ist abgehakt, man muss auch mal loslassen können, meint er und spielt die brisante Rückkehr herunter.

Ebenso wie sein neuer Trainer Huub Stevens verbindet Rost mit dem Revierclub eine lange und intensive Zusammenarbeit. Wenn du eine Zeit bei einem Verein gearbeitet hast, nimmst du immer was mit in deinem Herzen, sagt Stevens, der sich freut, beim S04 einige Freunde wiederzutreffen. Darauf ist Rost nicht besonders scharf. Er konnte Anfang Januar gar nicht schnell genug vom Meisterschaftsaspiranten zum Bundesliga-Abstiegskandidaten an die Elbe kommen, um die letzten zwei Monate, als Trainer Mirko Slomka ihm den jungen Manuel Neuer vorzog, zu vergessen.

Sehr schnell ist der als Lautsprecher verschriene Rost in Hamburg zum Leistungsträger und Chef geworden. Wir haben ihn als Führungsfigur geholt, sagt Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer und verhehlt nicht seine Zufriedenheit über den Wintertransfer, der dem Mannschaftsgefüge die fehlende Hierarchie gab. Nach dem Hin- und Her im Tor zwischen Stefan Wächter und Sascha Kirschstein gibt Rost der Abwehr Stabilität und scheut sich nicht, laute Töne anzuschlagen.

Seine kommunikative Seite, die in der Öffentlichkeit vielfach zu kurz kommt, trug in den vergangenen Wochen zum Mannschaftsgeist der zutiefst gefrusteten Hamburger bei. Während manch einer auf Rückfahrten von Bundesliga-Spielen allein mit Kopfhörer und Laptop im Bus saß, nahm Rost sich ein Bier und setzte sich nach hinten. Nach und nach gesellten sich Teamkollegen hinzu, inzwischen sind sogar Mannschaftsabende wieder beliebter geworden.

In der Geschlossenheit sieht Rost auch die Chance, auf Schalke zu punkten. Vielleicht treffen wir auf einen angeschlagenen Gegner, den wir ärgern können, meint der 33-Jährige, der weiß, dass der HSV die letzten zwei Auswärtspartien in Gelsenkirchen gewonnen hat. Für Stevens ist das brisante Aufeinandertreffen nur eins von elf Endspielen. Rost und Stevens haben die gleiche Philosophie, erzählt der Torhüter, der große Stücke auf den knorrigen Niederländer hält. Ich bezweifle, dass er aufgibt, wenn wir gerettet sind. Er wird den Druck beibehalten, sagt Rost, der hofft, dass Stevens noch lange in Hamburg bleibt.


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