Düsseldorf - Die Bundesligaclubs sind im Pokal-Halbfinale unter sich, dennoch dürfen auch Außenseiter von der Teilnahme am 64. Endspiel in Berlin träumen.
Mit dem 1. FC Nürnberg, dem VfL Wolfsburg und Eintracht Frankfurt haben drei Erstligisten die Vorschlussrunde erreicht, die schon lange nicht mehr zu Pokalehren gekommen sind. Die Niedersachsen, Finalist von 1995, konnten den Wettbewerb noch nie gewinnen, der dreimalige Cup-Sieger Nürnberg zuletzt 1962 und die Frankfurter zuletzt 1988.
In der spannendsten Partie des Viertelfinals setzte sich der Club dank Torhüter Daniel Klewer erst nach Elfmeterschießen gegen mit 4:2 gegen Hannover 96 durch. Frankfurt (3:0 in Offenbach) und Wolfsburg (2:0 gegen Alemannia Aachen) erreichten die nächste Runde problemlos.
Mit einer ungewöhnlichen Maßnahme brachte Nürnbergs Coach Hans Meyer sein Team nach 119 torlosen Minuten in die Erfolgsspur. Der Coach wechselte in Klewer seinen Ersatztorhüter ein, der bereits im Achtelfinale gegen Unterhaching vier Strafstöße parieren konnte. Der Keeper wurde seinem Ruf als Elfmeter-Killer gerecht und sicherte seinem Team mit zwei gehaltenen Schüssen von Silvio Schröter und Jiri Stajner erstmals nach 25 Jahren den Einzug ins Halbfinale. Das ist ein Traum. Zunächst war ich ein bisschen enttäuscht, weil ich nicht von Beginn an gespielt habe, aber ich habe den Frust gut umgewandelt, sagte der 29 Jahre alte Torhüter. Meyer kommentierte seinen Schachzug kurz und bündig: Prima für den Trainer.
Auch sein Kollege Friedhelm Funkel durfte sich über eine gelungene Vorstellung seines Teams beim 3:0-Erfolg gegen den Zweitligisten Kickers Offenbach freuen. Funkel, der den Pokal als Spieler 1985 mit Bayer Uerdingen gewann, darf somit auf den dritten Finaleinzug als Trainer hoffen. 1998 mit dem MSV Duisburg und 2006 mit Frankfurt blieb ihm der Triumph jedoch verwehrt. Es ist fantastisch, dass wir innerhalb eines Jahres zum zweiten Mal ins Finale einziehen können. Das schaffen doch sonst nur die Bayern oder Bremen, befand der Eintracht-Coach nach dem Lokalderby am Bieberer Berg. Michael Fink und Naohiro Takahara (2) trafen für die Frankfurter, die in der Bundesliga seit acht Spielen auf einen Sieg warten. Der Pokalerfolg ist noch keine Garantie, dass es nun einen Schub in der Liga gibt, sagte Funkel.
Mit der zumindest eine Halbzeit lang besten Saisonleistung hat der VfL Wolfsburg zum dritten Mal in der Vereinsgeschichte das Pokal- Halbfinale erreicht. Doch Trainer Klaus Augenthaler grummelte nach dem 2:0-Sieg gegen Alemannia Aachen: Ich lasse mich nicht blenden. In der zweiten Halbzeit haben wir zu viel für die Galerie gespielt. Das hat mir gar nicht gefallen, befand der Wolfsburger Coach. Zuvor hatten Diego Klimowicz und der Brasilianer Marcelinho mit seinem ersten Pflichtspieltreffer für seinen neun Club die Partie gegen die schwachen Bayern-Bezwinger aus Aachen entschieden.
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