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Frankfurter Cup-Spezialisten auf Finalkurs | 2007-02-28


Offenbach - In der Fußball-Bundesliga nagt Eintracht Frankfurt am Hungertuch - im DFB-Pokal sind die Hessen so richtig auf den Appetit gekommen.

Nach dem problemlosen 3:0 (1:0)-Sieg beim überforderten Zweitliga-Nachbarschaftsrivalen Kickers Offenbach fehlt dem zum elften Mal im Halbfinale stehenden hessischen Vorjahrs-Finalisten nur noch ein Sieg zum erträumten Endspiel am 26. Mai im Berliner Olympiastadion.

Es ist eine fantastische Leistung, dass wir zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres nach Berlin fahren können. Das schaffen sonst nur Bayern München oder Werder Bremen, freute sich Frankfurts Coach Friedhelm Funkel über das nach acht sieglosen Bundesligaspielen dringend benötigte Erfolgserlebnis. Den letzten Sieg feierten die in der Liga frustrierten Frankfurter auch im Pokal: Am 19. Dezember 2006 beim 3:1-Achtelfinalerfolg nach Verlängerung gegen den 1. FC Köln.

Im Gegensatz zum derzeit tristen Liga-Alltag mit dem Absturz auf dem vorletzten Tabellenplatz ist der DFB-Pokal für die Frankfurter der reinste Wellnessbereich. Von den letzten 10 Pokalspielen verlor der viermalige Cup-Gewinner nur das Vorjahrs-Finale unglücklich mit 0:1 gegen Rekord-Champion Bayern München. Die Tore von Michael Fink (11.) und Naohiro Takahara (61./72.) brachten Funkel seinem Ziel näher, im dritten Anlauf erstmals als Trainer den Pott zu holen. Mit dem MSV Duisburg blieb ihm das 1998 (1:2 gegen die Bayern) versagt. Als Spieler gewann er 1985 mit Bayer Uerdingen (2:1 gegen die Bayern) den Pokal.

Bei aller Freude warnte Funkel jedoch davor, aus dem Cupsieg Rückschlüsse für den Samstag zu ziehen, wenn mit Hannover 96 ein Auswärtsriese im Frankfurter Abstiegskampf in der Commerzbank-Arena gastiert. Es gibt keine Garantie, dass der Pokalsieg uns automatisch einen Schub für die Bundesliga gibt. Hannover ist ungleich stärker als Offenbach, meinte der 53-Jährige.

Eintracht-Vorstandschef Heribert Bruchhagen erwartet eine Trendwende. Psychologisch war es genau das, was wir uns gewünscht haben. Was es bringt, wird man sehen, sagte Bruchhagen, der sich im Halbfinale ein Heimspiel (nur nicht Stuttgart) wünscht. Dann kann die Eintracht mit einem weiteren Geldsegen von rund zwei Millionen Mark rechnen.

Als Trostpflaster für den Pokal-K.o. kassierten die Kickers rund eine Million Euro, die sie in den Ausbau des maroden Stadions am Bieberer Berg investieren wollen. Das Ausscheiden gegen den höherklassigen mainischen Rivalen quittierte Kickers-Coach Wolfgang Frank mit bemerkenswerter Gelassenheit. Wir müssen uns nicht groß ärgern und können uns jetzt ganz auf den Abstiegskampf in der 2. Liga konzentrierten. Die Eintracht war heute eine Nummer zu groß für uns, meinte der 56-Jährige.

Leid taten Frank nur die 20 000 Kickers-Fans unter den 24 000 Zuschauern, die entgegen der erwarteten Brisanz einen Kickers-Kick ohne Leidenschaft erlebten. Das einzige Feuer im 146. Main-Derby (56:54-Kickers-Siege) entfachten einige unverbesserliche Eintracht- Fans mit dem Abbrennen von so genannten Bengalos nach Torerfolgen. Als Sieger aus Offenbacher Sicht konnte sich nur die Polizei fühlen, die entgegen aller Befürchtungen keine nennenswerten Zwischenfälle meldete. Von einem Canossagang nach Frankfurt blieb Offenbachs Oberbürgermeister Horst Schneider nicht verschont, der tags darauf eine gegen Frankfurts OB Petra Roth verlorene Wette einlöste und den Platz vor deren Amtssitz Römer fegte.


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