München - Vier Wochen nach seiner überraschenden Rückkehr auf die Bundesliga-Bühne steht Ottmar Hitzfeld mit dem FC Bayern München am Scheideweg.
Die Woche der Wahrheit mit den Spielen gegen Hertha BSC, Real Madrid und Werder Bremen könnte bereits darüber entscheiden, ob die von dem Trainer selbst auf vier Monate begrenzte Rettungsmission von sportlichem Erfolg gekrönt werden könnte.
Hitzfeld fieberte der Weichenstellung in Champions League und Bundesliga, in der manche dem Vorjahres-Champion sogar noch einmal eine Rückkehr ins Titelrennen zutrauen, schon bereits entgegen. Ich freue mich auf drei Top-Spiele. In diesen acht Tagen kann man einen Riesenschritt machen. Ich habe der Mannschaft gesagt: Wir haben die große Chance, die Erfolgsspur einzuschlagen und einiges gut zu machen.
Neben einem Weiterkommen gegen Real in der Champions League schielen die Bayern insgeheim auch wieder auf die Meisterschaft. Öffentlich als Schalke-Jäger outen mochte sich Hitzfeld aber nicht: Ob Schalke strauchelt oder angeschlagen ist, weiß ich nicht. Aber es ist schon möglich. Unser Ziel ist primär, mit ganzer Kraft die Champions-League-Qualifikation zu erreichen. Torjäger Roy Makaay ergänzte angesichts von neun Punkten Rückstand auf Schalke: Im Moment reden wir nicht über Platz eins. Im Visier der Münchner sind der fünf Punkte entfernte Tabellenzweite VfB Stuttgart und die nur drei Zähler besseren Bremer auf Rang drei, die zum Abschluss der kommenden Woche beim derzeitigen Tabellenvierten gastieren. Auf die Zwei wollen wir den Druck erhöhen, verkündete Makaay.
Zunächst jedoch steht die Pflichtaufgabe am Samstag in Berlin gegen den Tabellensechsten Hertha BSC an, der gegen die Bayern den Pokalfrust nach dem Ausscheiden im Viertelfinale überwinden will. Die können gegen uns viel gut machen, fürchtet Makaay. Hitzfeld hat die Partie zur internen Ausscheidung für das Achtelfinal-Rückspiel gegen Madrid erklärt: Wer gegen Berlin gut spielt, kann sich für Real qualifizieren.
Das gilt auch für Makaay, mit dem Hitzfeld zuletzt unzufrieden war. Mehr Engagement und Biss erwartet der Trainer von seinem besten Torschützen (11 Saisontore). Ich erwarte, dass er brennt, bemerkte Hitzfeld, der den Niederländer nochmals in sein Trainerzimmer rief. Es gibt keine Probleme zwischen dem Trainer und mir, versicherte anschließend Makaay. Nach der Übungseinheit gab es auch ein Lob von Hitzfeld: Mir gefällt, dass sich Roy im Training wieder reinhaut.
In Berlin dürfte Makaay wieder zusammen mit Lukas Podolski stürmen, zumal Claudio Pizarro und Roque Santa Cruz (beide Knie) angeschlagen sind. Innenverteidiger Lucio (Adduktorenprobleme) setzte zwar mit dem Mannschaftstraining aus, soll aber einsatzfähig sein. Dagegen musste Owen Hargreaves (Sprunggelenk) das Training abbrechen und ist für Berlin fraglich, so Hitzfeld.
Unangekündigt tauchte Uli Hoeneß am 1. März im Presse-Stüberl auf dem Vereinsgelände auf. Der Manager war verärgert, nachdem eine Münchner Zeitung die Gesamtinvestition in Neuzugang José Ernesto Sosa vom argentinischen Meister Estudiantes de la Plata auf 33 Millionen Euro für Ablösesumme und Gehalt bis 2011 hochgerechnet hatte. 33 Millionen für einen 21-Jährigen? Wir sind doch nicht geisteskrank, erklärte Hoeneß kopfschüttelnd. Die wirklichen Zahlen verriet er allerdings nicht. Die Ablöse wird auf 4,6 Millionen Euro taxiert, es kursieren aber auch Zahlen bis zu zehn Millionen. Verdienen soll der Mittelfeldspieler insgesamt fünf Millionen Euro in vier Jahren.
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