Madrid - Bernd Schuster macht keinen Hehl daraus, dass er liebend gerne einen großen Verein trainieren würde. Und dass der Deutsche bei seinem einstigen Club Real Madrid als einer der Favoriten für den Posten gilt, ist auch kein Geheimnis.
Am 4. März hat der 47-jährige Erfolgscoach die Möglichkeit, sich persönlich zu empfehlen: Mit seinem FC Getafe tritt der gebürtige Augsburger zum Lokalderby gegen die kriselnden Königlichen im Santiago-Bernabéu-Stadion an.
Allein um drei Punkte geht es in der Partie nicht. Sollte Real nämlich drei Tage vor dem entscheidenden Rückspiel gegen den FC Bayern München im Achtelfinale der Champions League verlieren oder erneut eine schwache Partie zeigen, sind die Tage des ungeliebten Trainers Fabio Capello endgültig gezählt, ist die spanische Presse überzeugt. Schuster könnte der Todesengel des Italieners sein, meint das Fachblatt Sport.
Der blonde Engel, wie Schuster einst genannt wurde, hatte bereits in der vorigen Saison für einen Umsturz bei Real Madrid gesorgt: Dem spanischen Rekordmeister gelang damals nur ein magerer 1:0-Heimsieg gegen den FC Getafe, der brasilianische Coach Vanderlei Luxemburgo musste tags darauf die Koffer packen. Mir wäre es lieber, an meinen Erfolgen und nicht an den entlassenen Trainern gemessen zu werden, sagt Schuster schmunzelnd. Über seine Aussichten auf eine Capello-Nachfolge meinte am Freitag das Sportblatt Marca: Er muss nur noch den Test im Bernabéu bestehen.
Der 21fache Nationalspieler strotzt vor Selbstvertrauen, denn er weiß, dass er derzeit ein gefragter Mann ist. Auch wenn er als Kandidat für den Trainerposten beim FC Bayern München ausgeschieden ist. Wir haben die beste Abwehr der Liga, sagt Schuster, dessen Mannschaft aber durchaus offensiven Fußball spielt. Mit dem bescheidenen Club aus dem südlich von Madrid gelegenen Vorort Getafe (160 000 Einwohner) hat der Deutsche gerade Geschichte geschrieben: Erstmals zog der in der Liga an achter Stelle liegende Verein in das Halbfinale des spanischen Pokals ein. Nun wollen wir auch den Titel holen, sagt Schuster, der als einziger Profi für die drei großen Clubs FC Barcelona, Real Madrid und Atlético Madrid gespielt hat.
Gegen die Königlichen hofft der Deutsche lediglich auf ein schönes Spiel. Eine solche Partie motiviert natürlich ungemein. Für Reals Abwehrveteranen Míchel Salgado ist die Begegnung sogar noch wichtiger als die Partie gegen den FC Bayern München in der Champions League. Für uns steht die spanische Meisterschaft auf dem Spiel. Wir sind am Limit, räumt er ein.
Im Spitzenspiel der Primera División tritt Meister FC Barcelona beim Zweitplatzierten FC Sevilla an. Die Katalanen sind nach dem 3:0-Erfolg gegen Athletic Bilbao in der Liga und dem 2:1- Sieg bei Angstgegner Real Saragossa im Pokal wieder voller Selbstvertrauen. Beim FC Sevilla sitzt dagegen der Schock über die Krawalle während des Pokalspiels beim Lokalrivalen Betis Sevilla noch immer tief. FC-Trainer Juande Ramos war von einer Flasche am Kopf getroffen worden und musste mit einer Gehirnerschütterung ins Krankenhaus. Inzwischen hat er sich aber erholt und kann das Training wieder leiten.
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