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Rost und Stevens ohne Schadenfreude | 2007-03-03


Gelsenkirchen - Für den FC Schalke 04 wird der Platz an der Sonne immer schattiger, Huub Stevens und Frank Rost dagegen strahlten um die Wette. Besser kann man sich die Rückkehr nicht vorstellen. Hier zu gewinnen, ist für uns ein toller Erfolg, sagte der Torhüter des Hamburger SV nach dem 2:0 an alter Wirkungsstätte.

Gleichwohl sah der im Winter aus dem Revier nach Hamburg geflüchtete Rost nach dem glücklichen Sieg ebenso wenig Anlass für Schadenfreude wie Schalkes ehemaliger Erfolgstrainer. Es ist immer schön, zurück zu kommen. Wenn man auf Schalke gewinnt, muss man zufrieden sein. Es hat Spaß gemacht, sagte Stevens, der aber auch ein wenig mit dem Gegner litt. Ich verstehe die Fans, dass sie nicht so glücklich sind.

Ausgerechnet der Niederländer, der nach der knapp verpassten Meisterschaft mit Schalke 2001 bittere Tränen vergossen hatte, fügte dem Spitzenreiter im Titelrennen der Fußball-Bundesliga eine empfindliche Schlappe zu. Gleichwohl drückt der Spielverderber den Königsblauen für den Rest der Saison kräftig die Daumen, macht ihnen Mut. Ich glaube noch immer, dass Schalke Meister wird. Daran hat sich nichts geändert. Auch Rost, der sich eigentlich beim Revierclub den Titeltraum erfüllen wollte, reagierte trotz seiner Degradierung in der Hinrunde zu Schalkes Nummer zwei und dem Zwist mit seinem Ex-Coach Mirko Slomka nicht mit Häme. Im Gegenteil: Die Region und die Fans hätten den Titel verdient. Ich gönne es ihnen, sagte der 33-Jährige getreu dem von den Anhängern in der Veltins-Arena auf einem Plakat propagiertem Wortspiel: Alte Liebe rostet nicht.

Während der HSV dank seiner Defensivtaktik und der beiden von Rafael van der Vaart (71.) und Ivica Olic (80.) eiskalt abgeschlossenen Konter den vierten Sieg in Serie feierte und sich Stück für Stück aus der Abstiegszone befreit, sind dem einst souveränen Tabellenführer Glück und Leichtigkeit abhanden gekommen. Drei Spiele ohne Sieg, zwei Heimniederlagen binnen fünf Tagen - die Sorgen wachsen, dass der Titeltraum wie 2001 und 2005 platzen könnte. Wir haben einen deutlichen Hänger und müssen jetzt versuchen, in Hannover zu gewinnen, gestand Slomka.

Zwar bleibt Schalke vorn, doch der Vorteil der zwei Heimspiele ist dahin. Wie beim 0:1 gegen Leverkusen konnte die diesmal ohne den gesperrten und schmerzlich vermissten Spielmacher Lincoln angetretene Elf den Abwehrriegel trotz vieler Chancen nicht knacken, ging schließlich hohes Risiko und lud den Gegner durch Fehler zum Toreschießen ein. Beide Treffer dürfen nicht fallen, kritisierte Slomka. Vor dem 0:1 patzte Fabian Ernst, als er sich bei einem Abschlag von Rost seinem Mitspieler Dario Rodriguez das Kommando zum Wegducken gab, den Ball aber selbst passieren ließ. Das nehme ich auf meine Kappe, sagte Ernst. Wir wollten unbedingt gewinnen. Aber im Abschluss fehlt uns im Moment die Entschlossenheit. Daran müssen wir arbeiten, meinte Slomka.

Grund zur Panik sehen die Schalker (noch) nicht, Anzeichen von Nervenflattern werden geleugnet. Wir sind weiter Spitzenreiter und können alles selbst entscheiden, sagte Sören Larsen, auch wenn die Siege im Moment nicht so einfach kommen. Auch Andreas Müller hält den Teamgeist für intakt, die Einstellung stimme. Keiner werde jetzt nervös, beteuerte der Manager, der unverdrossen an das Happyend glaubt und ein Erfolgserlebnis herbeisehnt. Wir haben schon kritischere Situationen erlebt und uns da raus gespielt. Das wird uns auch diesmal gelingen. Aber es wäre schön, wenn es bald gelänge.


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