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Gladbach startet Durchhalteparolen | 2007-03-04


Wolfsburg - Wo Taten fehlen, sollen nun Worte helfen. Schlusslicht Borussia Mönchengladbach hat nach dem 0:1 (0:0) beim VfL Wolfsburg, mit dem die Fohlen den Anschluss an das rettende Ufer der Fußball-Bundesliga verloren, die Zeit der Durchhalteparolen eröffnet.

Wir dürfen nicht aufgeben, forderte Trainer Jos Luhukay - allerdings wenig nachhaltig. Wir haben noch zehn Spiele, beschwor Nationalspieler Marcell Jansen - offenbar aber auch nicht wirklich an die Wende glaubend. Die Mannschaft ist nicht leblos, befand Manager Peter Pander.

Wenigstens in diesem Punkt hatte Gladbachs Sportlicher Leiter, der die Misere maßgeblich mitzuverantworten hat, Recht. Die Gladbacher lieferten vor allem in der ersten Halbzeit eine Vorstellung ab, die sie nicht als Tabellenletzte und zugleich als schwächste Auswärts- Mannschaft der Liga auswies. Da bin ich froh gewesen, dass wir ohne Gegentor in die Kabine gekommen sind, gestand VfL-Trainer Klaus Augenthaler hinterher unumwunden ein.

Die Borussen hielten nicht nur mit. Sie erspielten sich vor 21 343 Zuschauern in der Volkswagen-Arena gegen einen vermeintlich gestärkten Kontrahenten, der mit dem psychologischen Plus eines 2:0 im DFB-Pokal gegen Alemannia Aachen gegangen war, sogar die besseren Möglichkeiten. Die beste vergab Nando Rafael, der in der 10. Minute nur die Latte traf. Aber das war nur symptomatisch für die permanente Gladbacher Schwäche, die sie dicht an den Rand des Abstiegs geführt hat. Wir erspielen uns Chance um Chance. Der Ball fliegt durch den Strafraum. Aber keiner von uns ist da, um ihn reinzumachen, beschrieb Jansen das anhaltende Dilemma. Deshalb sind Letzter.

So kam es, wie es kommen musste. Diego Klimowicz setzte sich nach 65 Minuten im Strafraum der Gäste energisch durch, flankte nach innen und Cedrick Makiadi köpfte zum Tor des Tages ein. Und war völlig perplex. Ich wusste zuerst gar nicht, dass der Ball drin ist, räumte der 23 Jahre alte Mittelfeldspieler ein. Egal, am Ende stand Wolfsburgs vierter Heimsieg zu Buche, mit dem sich die Hausherren etwas Luft im Abstiegskampf verschafften. Für die krisengeschüttelte Borussia wird die Luft hingegen noch ungemütlicher. Wir bräuchten etwas Ruhe, aber die werden wir wohl nicht bekommen, glaubt Pander.

Seine Protagonisten versuchten derweil, wenigstens verbal für die Schlussphase der Liga aufzurüsten. Wenn wir uns jetzt aufgeben, wären wir fehl am Platze, sagte Nationalspieler Marcell Jansen. Heynckes-Nachfolger Luhukay setzt in der Hoffnung auf die sportliche Rettung vor allem auf die Heimspiele: Das sind wir unseren Fans schuldig. Ich hoffe, wir können noch das eine oder andere Spiel gewinnen, meinte er. Zuversicht klingt allerdings anders.


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