Gelsenkirchen - Die Erleichterung war groß nach dem 2:1-Duselsieg gegen Alemannia Aachen, doch schon Minuten danach rückte beim FC Schalke 04 das Gipfeltreffen mit Werder Bremen in den Blickpunkt.
Es fällt noch keine Entscheidung im Titelkampf, aber es könnte schon ein kleines Finale sein, sagte Schalke-Stürmer Kevin Kuranyi vor dem Duell mit dem punktgleichen Spitzenreiter. Auch Trainer Mirko Slomka sieht beste Voraussetzungen für ein großes Fußball-Fest im Weserstadion: Wir freuen uns auf das Kräftemessen und fahren mit viel Selbstvertrauen dorthin. Das 2:1 gegen Aachen habe aber gezeigt, dass seine Elf noch Steigerungspotenzial habe: Das ist in Bremen auch notwendig.
Dass die umständlich agierende Elf die Chance auf die Übernahme der Tabellenführung wahrte, verdankte sie keineswegs der eigenen Klasse. Nicht souverän, umschrieb Fabian Ernst die glanzlose Rückrunden-Heimpremiere gegen lauf- und kampfstarke Aachener, die sich selbst um die Früchte der Arbeit brachten. Pechvogel des Abends war Moses Sichone. Nach der Führung von Vedad Ibisevic (17.) verursachte der Nationalspieler aus Sambia - wenn auch unabsichtlich - den vom starken Rafinha zum 1:1 sicher verwandelten Handelfmeter (23.). Und für das Schalker Siegtor sorgte Kapitän Sichone selbst, als er einen Querschläger von Kuranyi (74.) in das eigene Netz abfälschte.
Michael Frontzeck konnte es kaum fassen. Das ist einfach Pech. Dabei haben wir ein sehr gutes Spiel gemacht, lobte der Alemannia-Coach den engagierten Auftritt beim Titelaspiranten. Niemand müsse jetzt den Kopf unter dem Arm tragen. Wir werden das Positive in die Partie gegen Hannover mitnehmen und versuchen, drei Punkte zu holen, sagte Frontzeck vor dem Duell mit seinem Vorgänger Dieter Hecking. Dass sich die 96er beim 5:0 gegen Hertha BSC in Galaform präsentierten, macht Frontzeck keine Angst. Ich hoffe, sie sind jetzt satt.
Der von einem Magen-Darm-Virus flach gelegte Nationalspieler Jan Schlaudraff soll beim nächsten Spiel zumindest als Alternative auf der Bank sitzen. Für die Aachener, die eine rasante Talfahrt von Rang vier (am 7. Spieltag) hinter sich haben und nur noch zwei Punkte von einem Abstiegsplatz entfernt sind, ist ein Sieg praktisch Pflicht. Panik bricht aber nicht aus. Wenn am Saisonende der Klassenverbleib steht, haben alle einen Super-Job gemacht, sagte Frontzeck.
Ungleich höhere Ziele streben die Schalker an, für die es sogar gut läuft, wenn es nicht läuft. Gerade solche Spiele musst du gewinnen, damit du oben dran bleibst, betonte Kapitän Marcelo Bordon. Die zehnte Partie ohne Niederlage hat das Selbstvertrauen weiter gestärkt. Mut macht auch das 2:0 aus dem Hinspiel, als Schalke die bislang beste Saisonleistung lieferte. Wir wollen wieder so ein gutes Spiel machen, auch wenn Bremen im eigenen Stadion leichter Favorit ist, so Kuranyi. Der direkte Vergleich mit Miroslav Klose (11 Treffer), der drei Tore mehr hat als er selbst, spielt für den Schalker keine Rolle: Es spielt nicht Kuranyi gegen Klose, sondern Schalke gegen Bremen. Wir wollen gewinnen. Das wäre ein kleiner Schritt Richtung Titel.
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