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Bremer in Bayern-Manier auf Titelkurs | 2007-02-01


Leverkusen - Bayer 04 Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler fühlte sich beim 2:0 von Werder Bremen an die Glanzzeit der Fußball-Minimalisten von der Isar erinnert.

Werder hat die Partie in Bayern-Manier mit großer Stabilität runtergespielt, zollte der Ex-Bremer dem Rasen-Schach der Gäste Respekt, das ist eine Klasse-Mannschaft. Nach dem wichtigen Auswärtssieg beim Tabellen-Sechsten wollte man beim Bundesliga-Spitzenreiter vor dem Gipfeltreffen gegen Schalke 04 aber nichts von einer Weichenstellung zum Titel wissen. Das war ein Ausrufezeichen. In 15 Spielen kann viel passieren, für mich ist es weiter ein Vierkampf, meinte Bremens Sportdirektor Klaus Allofs, der den VfB Stuttgart und den FC Bayern nicht abgeschrieben hat.

Nicht treffend fand Werder-Chefcoach Thomas Schaaf den Vergleich mit den Münchnern. Das sehe ich nicht so, brummte er, wir haben eine Leistung mit viel Aufwand gezeigt. Und das 1:0 war etwas Schönes. Abgesehen vom Hechtkopfball-Tor von Nationalstürmer Miroslav Klose nach Maßvorarbeit von Tim Borowski (15. Minute) boten die Hanseaten wenig spielerischen Glanz, dafür aber taktische Intelligenz, rationelles Vorgehen und Cleverness. So nutzte Hugo Almeida (78.) die zweite Bremer Chance zum zweiten Treffer. Wir sind abgezockter und couragierter gewesen, meinte Borowski, der sich nun auf den Hit gegen Schalke freut: Da geht es um die Wurst.

Kapitän Torsten Frings muss sich das Schlagerspiel nach der fünften Gelben Karte wegen Ball-Wegschlagens von der Tribüne aus anschauen. Jetzt müssen die Jungs ohne mich antreten, doch die schaffen das schon, sagte er. Davon ist auch Allofs nach einer Serie von sechs Siegen überzeugt: Man muss schon sehr gut spielen, um uns zu schlagen.

Keine Auswirkungen hatte der Ausfall von Stammtorwart Tim Wiese (Muskelfaserriss), den Andreas Reinke exzellent vertrat. Man hatte nicht das Gefühl, dass da ein anderer drin steht, lobte Allofs den 38-Jährigen, der erstmals seit einem Jahr wieder im Bundesliga-Einsatz war. Nach dem gelungenen Comeback will er das Gehäuse nicht freiwillig wieder räumen: Ich gehe davon aus, dass ich im nächsten Spiel im Tor stehe.

Während der SV Werder einen weiteren wichtigen Schritt zur fünften deutschen Meisterschaft machte, ist die erste Niederlage nach drei Siegen für Leverkusen ein Dämpfer im Kampf um einen Europacup-Platz. Das einzig Positive ist, dass wir keinen Boden verloren haben. Da ist noch alles drin, sagte Völler mit Blick auf die ebenfalls ausgebremsten Mitkonkurrenten Hertha BSC (0:5 in Hannover) und Borussia Dortmund (0:1 in Mainz). Trotz des Rückschlags fordert Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser eine Verdoppelung der bisher 28 gewonnenen Punkte und den sicheren Einzug in den UEFA- Pokal. Das Ziel kann nicht nur wieder 52 Punkte wie im Vorjahr sein. Es sollten schon einige mehr hinzukommen, so Holzhäuser.

Mit der Leistung gegen Bremen hätte Bayer wohl gegen 13 der 18 Erstliga-Teams gewonnen. Möglicherweise auch gegen Werder, wenn die Werkself in den ersten 20 Minuten präsenter gewesen wäre. Wir müssen 90 Minuten konzentriert spielen. Nur so sind wir im oberen Tabellendrittel konkurrenzfähig, sagte Bayer-Chefcoach Michael Skibbe und erkannte neidlos an: Werder ist die Spitzenmannschaft der Liga. Der Erfolg am Rhein könnte sich als gutes Omen erweisen: Beim letzten Titel der Bremer 2004 siegten sie zuvor auch in Leverkusen.


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