Hamburg - Der für Frank Rost reservierte Platz blieb frei. Doch auch ohne den Torhüter, dessen Verpflichtung vor dem Abflug ins Trainingslager noch nicht perfekt gemacht werden konnte, startete der HSV mit viel Optimismus in seine zweite Etappe im Rennen um den Klassenverbleib.
Gehen wir das Abenteuer mal an, sagte der kämpferisch aufgelegte Hamburger Chefcoach Thomas Doll vor der Abreise nach Dubai, wo der abstiegsbedrohte Fußball-Bundesligist sich zehn Tage lang auf den Rückrundenstart am 27. Januar bei Arminia Bielefeld vorbereitet. Nach nur neun Tagen Urlaub hatte Doll seine Profis schon am 27. Dezember wieder in Hamburg zum Training gebeten.
Vor dem Abflug nach Dubai drehte sich alles um Torhüter Rost. Obwohl der Transfer sowohl in Hamburg als auch in Gelsenkirchen als beschlossene Sache gilt, war die Zeit am Ende doch zu knapp. An vielen Fronten müssen noch Dinge geklärt werden, sagte HSV-Sprecher Jörn Wolf. Rost soll einen Vertrag bis 30. Juni 2009 unterschreiben und dem Tabellenvorletzten neue Stabilität in der Defensive verleihen. Sobald der Transfer perfekt ist, reist der 33-Jährige der Mannschaft hinterher.
Dolls Hoffnung gründet neben Rost vor allem auf die Rückkehr der verletzten Leistungsträger. Am Persischen Golf ist der komplette Kader dabei, auch wenn noch nicht alle Akteure wieder topfit sind. Am weitesten sind Guy Demel (Sehnen-OP) und Nigel de Jong (Knie-OP), die bereits in Hamburg wieder eingeschränkt mittrainiert haben. Es sieht gut aus, sie haben keine Probleme, sagte Doll im Hinblick auf den Rückrundenstart. Auch Raphael Wicky (Waden-OP) sollte bis dahin wieder fit sein. Nur für Mario Fillinger (Meniskus-OP) und Vincent Kompany (Achillessehen-OP) ist ein Comeback gegen Bielefeld utopisch.
Dass bis dahin noch einiges an Arbeit nötig ist, hatte Doll bereits durch den ungewöhnlich frühen Trainingsstart unterstrichen. Während in Hamburg vor allem an der Kondition gearbeitet wurde, sollen nun Technik und Taktik im Vordergrund stehen. Seine harte Linie mit teilweise drei Einheiten am Tag will Doll auch in Dubai fortsetzen. Sogar am Reisetag war für 10.00 Uhr noch ein Training angesetzt. Wir wollen keinen Tag verschenken, sagte Doll.
Am Trainingslager, wo Testspiele gegen den Iran (8. Januar), die Vereinigten Arabischen Emirate (10. Januar) und Dynamo Kiew (13. Januar) vereinbart sind, nimmt neben dem neuen Co-Trainer Michael Schröder auch der frisch verpflichtete Leistungsdiagnostiker teil. Manfred Düring tritt zwar erst am 1. Februar offiziell sein Amt an, soll sich aber schon mal einen Eindruck vom Fitnesszustand der Profis verschaffen. Doll, der zuvor angekündigt hatte, konsequenter gegenüber seinen Schützlingen auftreten zu wollen, plant sonst keine Sondermaßnahmen. In so einer Lage schaut man natürlich etwas genauer hin, aber sonst wird sich nicht groß was ändern, sagte er.
Mit der Einstellung seiner Spieler zeigte er sich bislang zufrieden. Man spürt bei jeder Einheit, dass jeder ins Team rein möchte. Ich habe das Gefühl, dass richtig gut und hart gearbeitet wird, berichtete Doll, fügte allerdings relativierend hinzu: Das hatte ich bislang bei jeder Vorbereitung.
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